Viktor Orbán: Vom liberalen Jugendfunktionär zum Erzkonservativen

Viktor Orban (1989 auf dem Hosök-Platz in Budapest)
Jung, smart, kämpferisch: Als der damals 26 Jahre alten Viktor Orban im Juni 1989 als Redner auf einer Gedenkfeier für den ungarischen Nationalhelden Imre Nagy auftritt, haben viele Ungarn das Gefühl, dass das Land endlich einen charismatischen Politiker hat, der es in eine demokratische Zukunft führen kann. Seine politische Karriere hatte Orban, der in ärmlichen Verhältnissen in einem Dorf nahe Budapest aufwuchs, als Vorsitzender der Jugendorganisation der Ungarischen Sozialistischen Arbeiterpartei gestartet. Bildrechte: dpa
Viktor Orban 1999
Nach seinem Jurastudium wird Orban 1988 einer der Mitbegründer des Bundes Junger Demokraten (Fidesz). 1990 schafft Fidesz den Sprung ins Parlament. Orban ändert seinen Kurs. Seine Rhetorik wird nationalkonservativ. Jeans, kariertes Hemd und Turnschuhe tauscht er gegen Anzug und Krawatte. Bildrechte: IMAGO
Viktor Orban, Führer der bisher oppositionellen rechts-liberalen Jungdemokraten (FIDESZ), kommt am 24.5.1998 mit seiner Familie, Sohn Gaspar (l) und den Töchter Sara (M) und Rachel, die von ihrer Mutter Aniko gehalten wird, ins Wahllokal in Budapest.
Passend zu den konservativen Werten, die er vertritt: Viktor Orban mit Familie. Seine Frau arbeitet zunächst als Rechtsanwältin und Unidozentin. Seit 1998 widmet sie sich jedoch ausschließlich der Arbeit in karitativen Hilfsorganisationen. Eine eigenartige Konstellation: Während Orban die Flüchtlinge mit Stacheldrahtzäunen und Wasserwerfern draußen halten will, hilft seine Frau diesen Menschen. Bildrechte: dpa
Viktor Orban telefoniert zurückgelehnt im Auto
Orban schränkt die Zuständigkeit des Verfassungsgerichtes in Budgetfragen und die Möglichkeit von Volksentscheiden stark ein. In einer 2011 verabschiedeten neuen Verfassung ist die Liebe zu Gott, Vaterland, ungarischer Krone ebenso verankert wie die Begriffe Christentum, Glaube und Familie. Mit einem neuen Mediengesetz versucht Orban außerdem, die Medien unter seine Kontrolle zu bringen. Bildrechte: dpa
Viktor Orban zieht sich an
Vom kommunistischen Jugendfunktionär zum rechtskonservativen Politiker, der öffentlich über die Wiedereinführung der Todesstrafe nachdenkt und Zäune gegen Flüchtlinge baut. Und was macht ihn für die unagrischen Wähler so attraktiv? Der ungarische Schriftsteller Peter Esterhazy mit einem Deutungsversuch: "Er schmeichelt unseren Instinkten, unserem alten Reflex, uns als Opfer zu sehen. Wir ergehen uns gerne in Selbstmitleid, und Orban bestärkt uns darin. Seine Strategie ist immer die gleiche, ob er nun mit der Wiedereinführung der Todesstrafe liebäugelt oder seine Fragebogenaktion gegen Flüchtlinge startet. Anstatt Verantwortung zu übernehmen, zielt er auf das Bauchgefühl der Ungarn ab und schürt ihre Ängste. Orban ist kein Staatsmann." Bildrechte: dpa
Viktor Orban (1989 auf dem Hosök-Platz in Budapest)
Jung, smart, kämpferisch: Als der damals 26 Jahre alten Viktor Orban im Juni 1989 als Redner auf einer Gedenkfeier für den ungarischen Nationalhelden Imre Nagy auftritt, haben viele Ungarn das Gefühl, dass das Land endlich einen charismatischen Politiker hat, der es in eine demokratische Zukunft führen kann. Seine politische Karriere hatte Orban, der in ärmlichen Verhältnissen in einem Dorf nahe Budapest aufwuchs, als Vorsitzender der Jugendorganisation der Ungarischen Sozialistischen Arbeiterpartei gestartet. Bildrechte: dpa
Der ungarische konservative Ministerpräsident Viktor Orban hat am 24.2.2002 in Budapest das
1993 übernimmt Orban den Vorsitz seiner Partei und macht sie zur dominierenden konservativen Kraft Ungarns. 1998 gewinnt er die Parlamentswahlen und bildet eine Koalitionsregierung. Bildrechte: dpa
Der ehemalige deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl (l) legt am bei einer Wahlkampfveranstaltung in Gyor den Arm um den ungarischen Ministerpräsidenten Victor Orban.
Auf einer Wahlkampfveranstaltung von Fidesz 2002 im ungarischen Györ soll Altkanzler Helmut Kohl helfen, den drohenden Machtverlust zu stoppen. Doch auch Kohls Einsatz kann nicht verhindern, dass Orbans Partei die Parlamentswahl verliert. Bildrechte: dpa
Viktor Orban wird als ungarischer Premierminister vereidigt
Vier Jahre später versucht Orban wieder an die Macht zu kommen. Er verliert knapp gegen den amtierenden sozialistischen Regierungschef. 2010 wird er dann erneut Ministerpräsident. Und trifft weitreichende Entscheidungen … Bildrechte: IMAGO
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