Hier ab vier

Gäste zum Kaffee | 17.10.2011 | 16:30 Uhr : Walfriede Schmitt - schauspielernde Pazifistin

Walfriede Schmitt ist schon lange im Schauspielgewerbe erfolgreich. Schließlich spielte sie fast 20 Jahre lang für die "Berliner Volksbühne" und war danach in zahlreichen Filmen und Serien zu sehen. Walfriede Schmitt beschränkte sich jedoch nicht nur auf das schauspielern, sondern war auch eine der Gründerinnen des "Unabhängigen Frauenverbandes" im Jahre 1989. Bei "Hier ab vier" blicken wir mit ihr auf diese Zeit zurück.

Die Schauspielerin Walfriede Schmitt (Lizzie Berrill) bei den Proben.

Die 1943 geborene Walfriede Schmitt begann 1963 an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" zu studieren. Von 1972 an war sie über 22 Jahre an der "Berliner Volksbühne" und spielte in dieser Zeit zahlreiche Rollen. Dort arbeitete sie mit berühmten Regisseuren wie Fritz Marquardt oder Christoph Schlingensief. Für die Rolle "Meine Person" in "Die Legende vom Glück ohne Ende" im Theater Schwedt sowie für ihre Darstellung der Blacaman in "Der Falschspieler" wurde sie jeweils mit einem Darstellerpreis ausgezeichnet. 1991 bekam sie für ihre Rolle im Psychodrama "Scheusal" den "Goldenen Gong".

Arbeit in der Frauenbewegung

Walfriede Schmitt
Walfriede Schmitt

Auf ihr Betreiben konnten 1989 die Räumlichkeiten der Volksbühne für die Gründungsveranstaltung des "Unabhängigen Frauenverbandes der DDR" (UFV) genutzt werden. Dort verlas Walfriede Schmitt ein von Ina Merkel verfasstes Manifest und wurde gemeinsam mit ihr zur Vetreterin der UFV am Runden Tisch ernannt. Jedoch trat sie aufgrund von Streitigkeiten und internen Problemen wieder aus der UFV aus.

Nachdem sie 1994 bei der "Berliner Volksbühne" aufgehört hatte, fand sie schnell eine Rolle in der Fernsehserie "Für alle Fälle Stephanie", bei der sie bis 2004 mitspielte. Sie war in der Zeit aber auch in zahlreichen Rollen in Film und Fernsehen zu sehen, beispielsweise in verschiedenen Folgen von "Polizeiruf 110" und "Tatort".

Walfriede Schmitt war Dozentin an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" sowie in Kanada und den USA. Für ihr Engagement gegen Krieg und Gewalt wurde sie 2003 mit dem "Berliner Frauenpreis" ausgezeichnet. So war sie eine der Ersten, die 2001 eine Petition gegen den Afghanistan-Krieg unterzeichneten. 2009 veröffentlichte sie ihr erstes Buch "Gott ist zu langsam".

Zuletzt aktualisiert: 17. Oktober 2011, 13:49 Uhr

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Walfriede Schmitt
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