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Leichter leben | 25.01.2012 | 17:00 Uhr : Alles hybrid, oder was?

Hybridfahrzeuge eignen sich besonders im Stadtverkehr, weil sie dort weniger verbrauchen. Jedoch sind die Fahrzeuge der Zukunft noch ziemlich teuer. Autoexperte Andreas Keßler erklärt, was ein Hybridfahrzeug ausmacht.

Ein Hybridfahrzeug.

Warum gibt es Hybridfahrzeuge? Ursache für deren Entwicklung waren ständig strenger werdende Verbrauchs- und Abgasgrenzen, die mit konventionellen Benzinmotoren nur unter großen Schwierigkeiten eingehalten werden konnten. Toyota und Honda stellten sich der Herausforderung und brachten vor etwa 15 Jahren den Toyota Prius und den Honda Insight auf den Markt. Die europäischen und amerikanischen Autokonzerne sind erst in jüngster Vergangenheit auf den Hybridzug aufgesprungen und bieten (noch recht teure) Hybridvarianten einiger erfolgreicher Baureihen an.

Das lange Zögern der Auto-Giganten hatte mehrere Ursachen: Zum einen muss die anvisierte Zielgruppe ein hohes technisches Verständnis aufweisen, zum anderen sind moderne Hybridfahrzeuge bislang noch sehr teuer. Außerdem braucht ein Käufer mit Familie wohl noch ein zweites Auto, weil es im Bereich der Großraumlimousinen und Familien-Vans noch kein Hybrid-Angebot gibt.

Die Funktionsweise

Ein Hybridfahrzeug wird von mindestens einem Elektromotor und einem weiteren Energiewandler angetrieben. Die Energie dazu stammt wahlweise aus dem Kraftstofftank oder aus einer Batterie. Der Verbrennungsmotor läuft im Hybridauto häufiger und länger in einem verbrauchsgünstigen Drehzahlbereich. Dabei anfallende überschüssige Energie wird zur Ladung der Batterien verwendet. Durch die Antriebssteuerung kann im Stadtverkehr die Leistung beider Motoren zum Beschleunigen verwendet werden. Deshalb kann ein kleinerer Verbrennungsmotor verwendet werden. Beim Bremsen und im Schubbetrieb wird ein Teil der Bremsenergie in den Akkumulator zurückgeführt. Das führt im Stadtverkehr und bergab zur Verbrauchsverminderung. Wird keine oder wenig Antriebsleistung benötigt, schaltet der Verbrennungsmotor ab. Dies geschieht im Schubbetrieb, bei Stillstand oder beim Langsamfahren (Einparken) mit geladenem Akku.

Bei Autobahnfahrten wird über längere Zeit eine hohe Motorleistung benötigt, die nur vom Verbrennungsmotor bereitgestellt werden kann. Dabei wird die Antriebsleistung unter Umgehung des Akkus übertragen und direkt im Elektromotor umgewandelt.

Idealerweise sollte ein Hybridfahrzeug im Stadtverkehr eingesetzt werden, weil dort der Verbrennungsmotor ganz abgeschaltet werden kann. Die hierdurch erzielte Effizienzsteigerung ist der Hauptgrund für die Entwicklung der Hybridfahrzeuge.

Zuletzt aktualisiert: 25. Januar 2012, 11:05 Uhr

Andreas Keßler am Expertentelefon: 01802 - 151517

6 Cent/Anruf aus dem deutschen Festnetz, max. 42 Cent aus dem Mobilfunknetz

(Mittwoch, 25. Januar, ab 16.30 Uhr)

Mikrohybrid

Mikrohybridfahrzeuge sind eigentlich gar keine "echten" Hybriden, sondern verfügen nur über eine Start-Stopp-Automatik und Bremsenergierückgewinnung zum Laden des kleinen Starterakkus. Der Generator wird nicht zum Antrieb des Fahrzeugs genutzt. Trotzdem sorgt die verbaute Technik für eine Kraftstoffeinsparung.

Mildhybrid

Der Elektroantriebsteil unterstützt den Verbrennungsmotor zur Leistungssteigerung. Die Bremsenergie kann in einer Nutzbremse teilweise wieder gewonnen werden. Rein elektrischer Antrieb ist nicht möglich.

Vollhybrid

Vollhybridfahrzeuge sind in der Lage, auch rein elektrisch zu fahren

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