Hier ab vier | 09.02.2012 | 16:00 Uhr : Extremkälte stoppt nun auch Dieselfahrzeuge
Angesichts der extremen, langanhaltenden Kälte steigen mehr und mehr Dieselfahrzeuge aus. Nach Angaben der deutschen Automobilclubs bilden sich bei Frost im Diesel Paraffinkristalle, die den Kraftstofffilter verstopfen können. Neben ausgefallenen Batterien ist das eine der derzeit häufigsten Ursachen für den Notruf beim ADAC. Nach einem Bericht der "Welt-Online" stehen seit Montag die Telefone beim ADAC-Pannendienst nicht mehr still. Wie ein Sprecher sagte, werden bundesweit morgens rund 15.000 Anrufe in der Viertelstunde registriert. Normal seien rund 800 Anrufe.
ADAC: Autohersteller müssen reagieren
Angesichts der nun reihenweise liegenbleibenden Dieselfahrzeuge kritisiert der ADAC die Automobilhersteller. In dem "Welt-Online"-Bericht kritisierte eine Sprecherin, es sei nicht einzusehen, dass Autos - auch Dieselfahrzeuge - nur bis minus 25 Grad verlässlich genutzt werden können. Der ADAC fordere deshalb, dass Autos so hergestellt werden, dass sie für noch kältere Temperaturen ausgelegt seien. Konkret verlangt der ADAC Filterheizungen für Dieselfahrzeuge. Ein Nachrüsten sei eine überschaubare Aufgabe.
Nicht alle Dieselsorten erreichen Winterfestigkeit
Doch auch beim Diesel-Kraftstoff könnte nachgebessert werden: Die Ölkonzerne garantieren zwar, ihre Dieselprodukte seien im Winter bis minus 22 Grad Celsius flüssig. In der vergangenen Nacht wurden aber Temperaturen von minus 28 Grad und kälter gemessen. Wie der Autoclub AvD der "Welt-Online" sagte, erreichen auch nicht alle Dieselsorten in Deutschland die Winterfestigkeit von minus 20 Grad, die per DIN-Norm vorgeschrieben ist.
