Leichter leben

Leichter leben | 09.01.2013 | 17:00 Uhr : High-Tech im Auto

Wer heute noch Autos wie den Trabant, den Käfer oder die Ente anbieten würde, würde damit außer bei ein paar Liebhabern kaum punkten. Der heutige Autokäufer will Komfort, Sparsamkeit und Sicherheit. Autoexperte Andreas Keßler weiß, wieviel High-Tech wirklich nötig ist, was der Sicherheit dient und was eher hinderlich ist.

Navigationsgerät

Der Markt bietet High-Tech für das Auto in vielfältigen und immerfort anderen, besseren Ausführungen. Die moderne Technik heutiger Autos sorgt für müheloses, geräuscharmes, umweltfreundliches,  komfortables und sicheres Fahren. Und selbst damit lassen die Ingenieure es nicht bewenden: Zusätzlich werden Fahrerassistenz-, Multimedia- und Onlinesysteme ins Auto eingebaut, die das Angebot ergänzen und abrunden.

Die Grundausstattung

Grundsätzlich sollte bei der Suche nach einem neuen Auto gelten, dass sich die technische Ausrüstung eines Autos eher am nötigen denn am möglichen orientiert. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, muss ein Auto heute selbstverständlich ABS, ESP und die Abgasnorm "Euro-5" haben, die seit 2011 für alle neu zugelassenen Fahrzeuge europaweit bindend ist. Ein ideal ausgestattetes Auto sollte zusätzlich über einen adaptiven Tempomat, einen Bremsassistenten, ein Schiebedach und ein Getriebe mit möglichst vielen Gängen verfügen.

Sicherheit geht vor Komfort

Dann wird zwischen Technologien unterschieden, die dem Komfort, der Information, der Insassen- und Fußgängersicherheit sowie dem Umweltschutz dienen. Die Vorgaben für Umweltschutz und Sicherheit sind teilweise gesetzlich vorgeschrieben. Alle Systeme, die dafür im Auto verbaut sind, müssen funktionieren und werden deshalb auch bei der Hauptuntersuchung, dem TÜV, überprüft. Wenn ein Airbag-Steuergerät oder der Airbag selbst kaputt geht, muss er repariert werden. So will es das Gesetz.

Autopapst Andreas Keßler
Andreas Keßler

Umfang und Ausstattung von Komfort- und Informationssystemen sind dem Hersteller und Käufer hingegen freigestellt. Ob Klimaanlage, Freisprechanlage für das Handy, W-Lan oder Rückfahrt-Sensoren mit Kamera, hier begrenzt oft nur der Preis den Ausstattungswunsch. Werden bei Komfortausstattungen allerdings Defekte festgestellt, wird es oft kompliziert und damit teuer. Denn High-Tech im Auto ist zwar eine feine Sache, will aber bezahlt werden. Wenn die Sitzheizung ausfällt, ist häufig nur eine Heizmatte defekt. Die ist als Ersatzteil nicht teuer, die Montage kostet aber mittlere dreistellige Beträge. Der Autobesitzer ist dann ein Opfer des technischen Fortschritts, ein weniger hochgerüstetes Auto wäre billiger in der Anschaffung gewesen. Beachten Sie, dass viel Technik auch immer mehr die Aufmerksamkeit des Fahrers fordert.

Multimedia immer nachrüsten

Bei den Komfortextras ist im Zweifel eine Standheizung einer Sitzheizung vorzuziehen, weil erstere im Winter neben einem warmen Innenraum auch weniger Motorverschleiß nach dem Kaltstart bietet. Generell verzichtbar sind Multimedia- und Navigationsanlagen ab Werk, weil sie nicht auf dem neuesten Stand der Technik sind. Die nachträgliche Ausrüstung eines Autos mit CD-Wechsler, Radio und Navigationssystem ist fast immer billiger und besser.

Zuletzt aktualisiert: 09. Januar 2013, 14:38 Uhr

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