Autozeit

Leichter leben | 23.01.2013 | 17:00 Uhr : Wenn die Autobatterie schlappmacht

Die Autobatterie steht in der Pannenliste ganz oben. Doch sie gibt nicht plötzlich ihren Geist auf. Autoexperte Andreas Keßler verrät, welche Warnsignale darauf hindeuten und wie vorbeugt werden kann.

eine geöffnete Motorhaube mit einer Autobatterie.

Warum kommt es im Winter häufig zu Startproblemen?

Batterien altern, das ist ein normaler chemischer Prozess, der durch hohe Temperaturen unter der Motorhaube noch beschleunigt wird. Dadurch steigt der Innenwiderstand der Batterie an (sie wird "hochohmig") und ihre Leistungsfähigkeit sinkt. Im Winter laufen die elektrochemischen Lade- und Entladereaktionen aufgrund der niedrigeren Temperaturen langsamer ab als im Sommer - die Batterie wird langsamer geladen, und sie stellt weniger Leistung bereit.

Zusätzlich wird die Batterie in der kalten Jahreszeit durch leistungsfressende Verbraucher wie Heizheckscheibe, Sitzheizung, Gebläse und Beleuchtung belastet, die einen großen Teil des vom Generator erzeugten Stroms verbrauchen. Dadurch bleibt weniger Ladeleistung für die Batterie übrig. Hinzu kommt der Strombedarf für den morgendlichen Kaltstart, der vor allem bei Dieselmotoren im Winter deutlich höher ist. Auch die höhere Luftfeuchtigkeit, die im Herbst und Frühjahr in Nebelnächten oder durch Regen entsteht, kann der Batterie zusetzen, weil durch die Feuchtigkeit Kriechströme begünstigt werden, die die Batterie entladen.

Ist es immer die Batterie, wenn der Anlasser nur noch müde oder gar nicht mehr dreht?

Im ersten Moment denkt man natürlich, dass die Batterie leer ist. Um herauszufinden, ob das stimmt (oder ob etwa der Anlasser defekt oder nicht richtig ans Netz angeschlossen ist), empfiehlt sich Starthilfe mit einem Starthilfe-Kabel und einem anderen Auto, welches als Stromspender dienen muss. Wenn die Kabel richtig angeschlossen sind, müsste der Anlasser funktionieren und der Motor anspringen. Tut er das nicht, kann zwar immer noch die Batterie dafür verantwortlich sein, in der Regel liegt das Problem dann aber an anderer Stelle.

Um das Batterieproblem endgültig zu bestimmen, bleibt nur ein Belastungstest beim Autoelektriker. Wenn die Batterie dabei nur als "leer" bezeichnet wird, reicht einfaches Aufladen mit einem geeigneten Ladegerät. Wenn der Batteriecheck eine defekte Batterie erkennt, hilft leider nur der Austausch.

Kann ich den Ladezustand der Batterie selbst prüfen?

Um den Ladezustand durch eine Ruhespannungsmessung zu prüfen, muss die Batterie nicht ausgebaut werden. Wenn die Batterie voll ist, muss ein zwischen den Batteriepolen angeschlossenes Spannungsmeßgerät mindestens 12,6 Volt anzeigen. Bei 12,2 Volt ist die Batterie halb geladen und bei 11,9 Volt fast leer. Zeigt das Messgerät weniger als 11 Volt an, sollte zunächst nachgeladen werden. Wenn die Batterie danach immer noch nicht "voller" ist, muss die Batterie ausgetauscht werden.

Autopapst Andreas Keßler
Andreas Keßler

Die aussagefähigsten Messergebnisse werden mit einem professionellen Batterietester erreicht. Bei Batterien, die nicht über moderne Labyrinthdeckel verfügen (wartungsfreie Batterien), sondern noch aufschraubbare Stopfen zum Wassernachfüllen haben, kann der Ladezustand auch mit Hilfe eines Säurehebers beurteilt werden. Dazu wird der Batterie Säure entnommen. Bei einer Säuredichte von 1,28 g/ml bis 1,25 g/ml ist sie vollgeladen, bei 1,24 g/ml bis 1,20 g/ml schwach geladen und bei 1,19 g/ml oder weniger tief entladen. Wenn hier das Ladegerät nicht für Besserung sorgt, sollte die Batterie erneuert werden.

Ein Hinweis: Batteriesäure ist stark ätzend (Schwefelsäure!). Wer mit Batteriesäure hantiert, muss säurefeste Handschuhen und eine Schutzbrille tragen.

Wie schließt man das Starthilfekabel richtig an?

Die Reihenfolge ist wichtig, um eine Funkenbildung zu vermeiden!

1. Zuerst das rote Starthilfekabel an den Pluspol der entladenen Batterie anklemmen.

2. Das andere Ende des roten Starthilfekabels mit dem Pluspol der Spenderbatterie verbinden.

3. Das schwarze Kabel am Minuspol der Batterie des Spenderfahrzeugs befestigen.

4. Anschließend das freie Ende des schwarzen Kabels an einer unlackierten Stelle im Motorraum des Pannenfahrzeugs befestigen, beispielsweise am Motorblock.

Vorher sollte man unbedingt einen Blick in die Bedienungsanleitung werfen: Wenn der Hersteller einen speziellen Fremdstartpunkt für den Plus- und/oder Minuspol vorsieht, ist dieser zu benutzen.

Nach der Starthilfe werden die Kabel in umgekehrter Reihenfolge wieder abgenommen.

Zuletzt aktualisiert: 18. Februar 2014, 14:33 Uhr

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