Autozeit

Leichter leben | 29.08.2012 | 17:00 Uhr : So machen Sie Ihr Auto diebstahlsicher

Autoexperte Andeas Keßler hat diesmal Tipps in der "Autozeit", wie man seinen fahrbaren Untersatz vor Langfingern schützt. Außerdem verrät er, wie man den Dieben auf die Spur kommen kann, wenn das Auto geknackt wurde.

 Lenkradkralle

Seit dem Wegfall der Grenzkontrollen in Europa kann man von Lettland bis Portugal fahren, ohne ein einziges Mal angehalten zu werden. Autoschieber haben damit sozusagen eine "grüne Welle". Ist ein Auto erst einmal geknackt, ist es  weg. Dabei hatten die deutschen Versicherer vor gar nicht langer Zeit  beteuert, die elektronische Wegfahrsperre würde Autodieben das Handwerk legen ...

Wettlauf zwischen Ingenieuren und Langfingern

Historisch betrachtet, ist die Sicherung eines Autos vor Diebstahl eher ein Wettlauf zwischen den Ingenieuren - die sich ständig neue Finessen als "Wegfahrsperre" ausdenken - und den zwielichtigen Gestalten, die diese dann doch knacken. Die Autoknacker haben nämlich aufgerüstet und sind den Mechatronikern in der Industrie zumindest ebenbürtig. Die technischen Möglichkeiten, die ein Fahrzeug vor "unbefugter Benutzung" sichern, sind sehr vielfältig: Türschloss, Sperrbolzen des Lenkschlosses und elektronische Wegfahrsperren modernster Bauart sind nur einige Beispiele dafür.

Vor- und Nachteile verschiedener Systeme

Autopapst Andreas Keßler
Autopapst Andreas Keßler

Grundsätzlich unterscheidet man mechanische, elektrische und elektronische Sperren. Mechanische Systeme haben den Nachteil, recht schnell entdeckt und überwunden werden zu können. Elektrische Sicherungen wie der abgezogene Verteilerläufer, der versteckt angebrachte Unterbrecher im Zündstromkreis und die nachträglich eingebaute Alarmanlage mit Wegfahrsperre sind schon deutlich schwerer zu entdecken und zu umgehen. Fast gänzlich unüberwindbar sind Systeme, die die Elektronik lahmlegen und diese nur wieder in Funktion setzen, wenn genau definierte elektronische Impulse den richtigen Kanal treffen. Soweit die Theorie.

Schwachstelle Serienmodelle

In der Praxis handelt es sich bei den weitaus meisten gestohlenen Fahrzeugen um Serienmodelle, die am Band mit mehr oder weniger identischen Sicherungssystemen ausgerüstet sind, die alle dieselben Schwachstellen haben. Und irgendeine davon hat jedes Sicherungssystem, entweder  konstruktions- oder bauartbedingt - weil etwa dem Controlling mal wieder die Kosten davon liefen. Die Schwachstellen sind dann die Einfallstore: Einmal bekannt, sind ganze Serien eines Fahrzeuges nicht mehr sicher.

Pikanterweise werden Autos mit komplexer Sicherungstechnik im Serienzustand blitzschnell geknackt und gestohlen; das gleiche Auto mit einer vermeintlich vorsintflutlichen Sicherung aus der mechanischen oder elektrischen Epoche bleibt hingegen deutlich länger vor der Tür seines Besitzers, weil damit kein Dieb rechnet. Dieser hat nämlich vor allem eins nicht: Zeit. Den unter der Rückbank oder im Kofferraum versteckten Schalter, der den Strom zur Zündung trotz geknacktem Zündschloss sperrt, findet der Dieb eher nicht  ..

Gestohlene Autos orten

Haben Diebe zugeschlagen, lässt sich der entwendete fahrbare Untersatz via Technik ausfindig machen. Sogenannte "Tracking-Systeme" zeigen mit GSM-(Mobilfunk) und/oder GPS- (Navigation) -Signalen dem Eigentümer/der Polizei, wo sich ein gestohlenes Auto gerade befindet. Mit GPS-Technik ausgestattet lässt sich ein gestohlenes Auto bis auf zehn Meter genau lokalisieren. Das gilt natürlich nur, wenn der Dieb keinen "Shield" einsetzt, einen Feldgenerator, der die Funkverbindung zwischen Sendemast oder Navigationssatelliten unterbindet. In dieser Frage sind die Autoknacker nämlich bereits den oben erwähnten einen Schritt weiter ....

Zuletzt aktualisiert: 29. August 2012, 14:51 Uhr

Andreas Keßler am Expertentelefon: 01802 151517

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(Mittwoch, 29. August, ab 16.30 Uhr)

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