Autozeit

Leichter leben | 19.12.2012 | 17:00 Uhr : Auto-Tipps für kalte Tage

Der Winter wird alljährlich zur Herausforderung für Motoren, Türschlösser und Scheibenwaschanlagen. Was Sie tun können, um besser durch die kalten Monate zu kommen, verrät Ihnen Andreas Keßler hier.

Scheibenwischer

Der Gesetzgeber hat jeden Fahrzeugführer verpflichtet, sein Fahrzeug "witterungsentsprechend" auszurüsten. Zu dieser Ausrüstung gehören neben Winterreifen auch eine funktionsfähige und vor allem aber frostsichere Scheibenwaschanlage. Überprüfen sollte man hier die Scheibenwischerblätter, das Gebläse und die Frischluftzufuhr der Heizung.

Tipps für die Scheibenwischeranlage

Der Frostschutz für die Scheibenwaschanlage kommt aus dem Kanister. Wichtig ist die Konzentration: Wenn der Kanister mit einer "vorgemischten" Flüssigkeit gefüllt ist, kann diese direkt in den Vorratsbehälter gegossen werden. Wenn im Kanister "Reiniger-Konzentrat" ist, kann und sollte verdünnt werden. In unseren Breiten reicht in der Regel eine Frostfestigkeit bis zu -25°C. Wenn es noch kälter wird, geht meistens ohnehin nichts mehr.

Wichtig ist noch die Verträglichkeit des Waschwasserzusatzes mit Kunststoff-Streuscheiben. Viele Autos besitzen eine Scheinwerferreinigungsanlage. Die Streuscheiben der Scheinwerfer sind oft aus Kunststoff und können bei Behandlung mit dem falschen Reinigungsmittel verspröden und reißen. Das richtige Produkt kennt der Vertragshändler. Wer unsicher ist, sollte darum bei den Reinigungs- und Frostschutzzusätzen für die Scheibenwaschanlage nur zu den bekannten Marken greifen.

Frostschutz für den Kühler

Frostschutz gehört auch in das Kühlmittel, allerdings ist das eine andere Chemikalie als die für die Waschanlage. Normalerweise ist im Kühlmittel genügend Frost- und Korrosionsschutz. Wenn im Sommer aber öfter mal mit Wasser nachgefüllt wurde, kann sich die Konzentration des Kühlerfrostschutzes gefährlich verringert haben.

Autopapst Andreas Keßler
Andreas Keßler

Um sicher zu gehen, muss "gespindelt" werden. So nennt man den Vorgang der Messung mit einem Frostschutzprüfer. Die bekommt man im Autozubehör für drei bis fünf Euro, sie gibt einem eine angenehme Sicherheit über die Verhältnisse im Kühler. Wenn der Kühlwasserstand im Kühler zu niedrig ist, immer mit reinem Frostschutz nach füllen.

Es muss immer eine Mischung aus Wasser und Frostschutz im System sein, weil reiner Frostschutz eine geringere Frostfestigkeit als Frostschutz mit Wasser hat. Irgendwo bei -35°C ist das Minimum erreicht, noch kälter darf es für die "Normalausrüstung" nicht werden.

Motor-Check

Startprobleme resultieren meistens aus ungepflegten Zündanlagen. Bei der Winterinspektion empfiehlt sich daher vor der großen Kälte ein Test der Lichtmaschine, die mindestens 14 Volt Ladespannung abgeben muss. Flankierend müssen dann neue Zündkerzen und Zündkabel ins Auto. Als krönender Abschluss kommt dann ein dünnflüssiges Winteröl, z. B. 0-W30, in die Ölwanne. Das schmiert den Motor auch bei - 35°C ab den ersten Umdrehungen.

Umdrehungen können aber nur mit einer kräftigen Batterie verursacht werden. Ganz Vorsichtige lassen einen Belastungstest mit ihrer Batterie machen und kaufen dann lieber gleich einen neuen Akku. Das ist übertrieben! Wenn die Batterie noch "orgeln" kann, dann ist sie noch fit. Wenn das Auto dabei nicht anspringt, liegt es eben nicht an der Batterie, sondern an der Peripherie des Motors.

Stichwort Korrosionsschutz

Nässe und Streusalz werden durch einen Korosionsschutz vom Auto ferngehalten. Wenn das Auto nicht ordentlich konserviert ist, nagt Rost am Blech. Moderne Autos sind in der Regel recht gut gegen Witterungsbedingungen geschützt. Wenn das Auto in die Jahre kommt, sollte der serienmäßige Korrosionsschutz aber wieder aufgefrischt werden. Nachträgliche Hohlraumkonservierungen bieten viele darauf spezialisierte Fachbetriebe an. Im Winter ist es für so etwas allerdings zu spät: Für ein ideales Kriechvermögen des Konservierungsmittels muss es draußen sommerlich warm sein.

Zuletzt aktualisiert: 19. Dezember 2012, 15:00 Uhr

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