Autozeit

Leichter leben | 25.04.2012 | 17:00 Uhr : Die richtige Pflege für Cabrios

Bei Sonnenschein den Fahrtwind im Cabrio genießen: Offen fahren bietet einen besonderen Fahrspaß im Sommer. Doch bevor es soweit ist, muss das Cabrio flottgemacht werden. Wie man die sensiblen Teile richtig reinigt- unser Autoexperte Andreas Keßler schreibt hier darüber.

Ein Mann und eine Frau blicken in einem Cabriolet nach hinten

Zunächst sollte das Verdeck mit einer groben Haarbürste trocken vorgereinigt und abgesaugt werden. Anschließend wird dann mit viel klarem und höchstens lauwarmem Wasser gut  gespült. Hartnäckige Flecken und Verschmutzungen gehen mit etwas Kernseife und einer weichen Bürste ab. Alternativ kann auch eine Mischung von ein bis zwei Teelöffeln Geschirrspülmittel auf zehn Liter Wasser benutzt werden. Vergessen Sie zum Schluss nicht, Seifenreste gründlich aus dem Dach herauszuspülen. Zum Trocknen sollte das Auto an einem schattigen Platz im Freien geparkt werden. Auf keinen Fall ein nasses Verdeck zusammenfalten, was sehr schnell zu Stock- und Schimmelflecken führen würde. Ist alles knochentrocken, kann abschließend ein handelsübliches Imprägnierspray aufgetragen werden. Bei Cabrios mit Vinylverdeck ist alles etwas einfacher: Deren Wetterschutz kann mit Kunststoffreinigern und Tiefenpflegern wieder aufgefrischt werden, die das Dach vor UV-Strahlung schützen.

Autopapst Andreas Keßler
Andreas Keßler

Bei älteren Cabrios hilft eine bloße Reinigung der Heckscheibe oft nicht weiter. Die Werkstatt wird schnell zum Wechsel des kompletten Verdecks raten, und selbst beim Autosattler um die Ecke kostet das kleine Stück Plastik mit Einbau schnell 400 Euro. Es gibt aber noch eine andere Lösung, die fast so gut und vor allem viel billiger ist. Als Utensilien werden neben zwei kräftigen Armen etwas Autopolitur, ein gutes Hartwachs und eine der billigen Poliermaschinen aus dem Autosupermarkt benötigt. Die Aufarbeitung der Scheibe beginnt mit viel Wasser, um möglichst jedes Sandkorn von der Oberfläche zu spülen. Dann kommt die Poliermaschine mit wenig Autopolitur zum Einsatz. Auf der PVC-Oberfläche sollte nicht kreisend, sondern linear poliert werden. Dabei wird die mikroskopisch raue Oberfläche des Kunststoffes eingeebnet und damit die Lichtbrechung reduziert.

Sichtbarer Erfolg erst nach mehrmaliger Wiederholung

Was sich hier so schnell schreibt, muss drei- bis fünfmal wiederholt werden, um einen sichtbaren Erfolg zu bekommen. Auf der Innenseite der Scheibe reichen ein- bis zwei Polituren. Nach etwa zwei Stunden ist wieder alles klar und beide Seiten der Scheibe können mit Hartwachs versiegelt werden. Die Politur sollte übrigens bei mindestens 15°C durchgeführt werden, weil das PVC sonst zu spröde ist und brechen kann. Ebenfalls etwas Pflege verdienen die Dichtgummis, die mit den gleichen Sprays oder Stiften aus dem Fachhandel geschmeidig gehalten werden, die im Winter ein Festfrieren vermeiden sollen.

Zuletzt aktualisiert: 25. April 2012, 13:57 Uhr

Andreas Keßler am Expertentelefon: 01802 151517

6 Cent/Anruf aus dem deutschen Festnetz, max. 42 Cent aus dem Mobilfunknetz

(Mittwoch, 25. April, ab 16.30 Uhr)

© 2013 MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK