Autozeit

Leichter leben | 23.05.2012 | 17:00 Uhr : Wohnwagen - die gute Stube auf vier Rädern

Flexibles Reisen ist voll im Trend: Immer häufiger sind Urlauber mit Wohnwagen oder Wohnmobil unterwegs. Andreas Keßler hat nützliche Tipps für "Campingneulinge", die noch einen fahrbaren Untersatz suchen.

Autos mit Wohnanhänger auf der Autobahn.

Los geht der Campingspaß abseits von Zelt und Schlafsack mit sogenannten Vans, den kleinsten unter den vollwertigen Reisemobilen. Dazu gehören ausgebaute Komfort-Campingbusse mit Bad, aber auch kleinere "teilintegrierte Wohnmobile". Vans sind zwischen 2,00 und 2,20 Meter breit, die Länge variiert zwischen 6,00 und 6,80 Meter. Kaum größer als ein Transporter, auch für den Stadtverkehr geeignet und überschaubar lang, sind diese Wohnmobile auf zwei Personen ausgelegt - manchmal mit Gästebett. Mitfahren können in der Regel vier Personen, für die es selbstverständlich Plätze mit Dreipunktgurten und Kopfstützen gibt. So ein Fahrzeug stellt auch weniger geübte Fahrer vor keine unlösbaren Probleme.

Preiswerte Alternative: der Anhänger

Andreas Keßler
Autoexperte Andreas Keßler

Deutlich günstiger als selbstfahrende Wohnmobile sind Wohnanhänger, die landläufig als Wohnwagen bezeichnet werden. Vor dem Campingurlaub mit so einem Anhänger sollte man sich mit den technischen Besonderheiten vertraut machen, damit die Fahrt nicht unerwartet gestoppt wird oder am Ferienort gleich eine böse Überraschung wartet. Ein technischer Check empfiehlt sich - insbesondere, wenn das Fahrzeug zum ersten Mal nach längerer Pause wieder auf die Straße rollt.

Dabei sind vor allem die Beleuchtung und die Bremsen gründlich zu überprüfen. Besonders wichtig ist ein Blick auf die Reifen. Selbst wenn die Pneus wegen der meist geringen Laufleistung noch ausreichend Profil aufweisen, ist ein Austausch der Gummis nach spätestens sechs Jahren fällig. Der richtige Reifendruck spielt dabei die entscheidende Rolle für ein optimales Fahrverhalten.

Dem Wohnwagen nicht zuviel aufladen

Aus dem gleichen Grund sollte darauf geachtet werden, das Reisemobil oder der Wohnwagen richtig zu beladen und dabei auf das zulässige Gesamtgewicht zu achten. Wohnwagenbesitzer dürfen die zulässige Anhängelast ihres Zugfahrzeuges und die erlaubte Stützlast der Anhängerkupplung nicht überschreiten. Gepäck ist so zu verstauen, dass es bei Vollbremsungen nicht verrutscht oder durch die Luft wirbelt. Die technischen Überwachungsorganisationen überprüfen gegen eine geringe Gebühr vor Reisebeginn Gewicht, Stoßdämpfer und Bremsflüssigkeit.

Check vor Fahrtantritt

Nicht schaden kann es, vor dem Start die einwandfreie Funktionstüchtigkeit von Gas- und Wasseranlage sowie der elektrischen Geräte zu testen, damit am Urlaubsort der Erholung nichts im Wege steht. Bei längerer Standzeit ist unter anderem darauf zu achten, dass der Frischwassertank sauber ist. Außen sind die Hubstützen bei Bedarf zu schmieren. Ein "Trockentraining" auf dem Hof hilft, wichtige Rangiermanöver mit dem Wohnanhänger zu üben. Sinnvoll kann die Teilnahme an einem Fahrtraining für Caravans oder Wohnmobile sein, die die Automobilclubs regelmäßig anbieten.

Trainiert wird dabei das An- und Abkoppeln des Wohnwagens, sicheres Rangieren und Durchfahren eines Parcours mit Kurven und Engstellen. Ziel des Kurses ist es, das notwendige Gespür für Fahrzeugabmessungen und Fahrverhalten zu verfeinern. Zur Verbesserung der Sicherheit beitragen können aber auch die anderen Verkehrsteilnehmer. Schon ein wenig Rücksichtnahme, das Einhalten eines ausreichenden Sicherheitsabstandes zu Wohnmobilen und Caravans oder ein freundliches Einwinken beim Einparken können dabei helfen, dass alle sicher ans Ziel kommen und den Urlaub genießen können.

Zuletzt aktualisiert: 23. Mai 2012, 12:04 Uhr

Woher kommt "Camping"?

Der englische Begriff "Camp" bezeichnet eigentlich ein - eher provisorisches - Lager. Das Verb "campen" heißt übersetzt "lagern".

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(Mittwoch, 23. Mai, ab 16.30 Uhr)

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