Leichter leben | 05.12.2012 | 17:00 Uhr : Feilschen erlaubt
Je nach Marke, Modell und Herkunft sind im Augenblick bis zu 40 Prozent Ersparnis im Vergleich zum Listenpreis möglich. Grundsätzlich ist beim Neuwagengeschäft am meisten Eigeninitiative gefordert. Der Verkäufer geht hier immer vom Listenpreis aus und kann in der Regel keine Rabatte einräumen, weil er sonst zusetzt. Bei zehn Prozent ist spätestens Schluss.
Fragen Sie nach Tageszulassungen!
Viel besser sieht es z. B. bei den sog. Tageszulassungen aus. Hier werden neue Autos, die der Händler zusammenstellt, für einen oder mehrere Tage auf den Händler zugelassen. Dieser Zulassungsvorgang schönt beim Kraftfahrtbundesamt die Zulassungsstatistik des betreffenden Herstellers, man spricht hier auch von "taktischen Zulassungen". Der Händler streicht dafür vom Hersteller eine Zulassungsprämie ein, die er in seine Kalkulation einfließen lässt. Unter dem Strich kann er von der dadurch erweiterten Spanne einige zusätzliche Prozente an den Käufer weitergeben. Dieser kann, wenn er eine Tageszulassung akzeptiert, vier bis fünf Prozent zusätzlich zum normalen Rabatt erwarten.
25 Prozent Nachlass bei Re-Importen
Wesentlich höhere Abschläge auf den Listenpreis bieten Kontingentautos, die als Überschusspartien direkt vom Hersteller oder Importeur an Aufkäufer gehen, die größere Mengen abnehmen. Diese Autos können z. B. für einen anderen europäischen Markt produziert worden sein, lassen sich dort aber z. B. wegen schlechter Wirtschaftslage nicht vermarkten. Die Autos werden dann "umgeleitet" und auf anderen EU-Märkten angeboten. Das funktioniert in einer angemessenen Zeit nur mit erheblichen Preisabschlägen, die sogar 25 Prozent übersteigen können.
Unter dem Strich ist der Listenpreis ein Begriff, den man vergessen kann. Die einzige Institution, für die der Listenpreis noch relevant ist, ist das Finanzamt: Wer heute mit einem Dienstwagen fährt, muss immer noch 1 Prozent des Listenpreises seines Autos pro Monat zusätzlich versteuern. Dabei ist es völlig egal, was das tatsächlich gekostet hat.
Andreas Keßler am Expertentelefon: 01802 151517
6 Cent/Anruf aus dem deutschen Festnetz, max. 42 Cent aus dem Mobilfunknetz
(Mittwoch, den 5. Dezember, ab 16.30 Uhr)
