Autozeit

Leichter leben | 18.04.2012 | 17:00 Uhr : Nachrüsten und sparen

Wer will, kann sein Auto mit allerhand Schnickschnack ausrüsten. Doch welche Extras sind sinnvoll und komfortabel und welche einfach noch nicht ausgereift und viel zu teuer? Auto-Experte Andreas Keßler gibt Tipps, worauf Sie bei Autoradio, Heizung und Co. achten sollten.

Ein Autoradio

Autoradio

Der Klassiker unter den Positionen auf der Aufpreisliste ist das Autoradio. Kaum jemand möchte ohne Radio Zeit im Auto verbringen, trotzdem gibt es bei vielen Fabrikaten ohne Zusatzkosten kein Radio an Bord. Das ist in vielen Fällen auch gut so, weil die Serienradios häufig zwei bis drei Generationen älter sind als die Geräte im Fachmarkt. Außerdem sind die Serienradios unverschämt teuer. Die Hersteller hoffen auf Absatz, weil der Kunde oft Brüche im Innenraumdesign befürchtet.

Es gibt aber für fast jedes Auto passende Blenden, die "Normalradios" perfekt in die Armaturenlandschaft integrieren. Mit speziellen Adaptern können Fremdradios sogar mit den Displays und den Multifunktionslenkrädern der Kommandobrücke kommunizieren. Der freundliche Car-HiFi-Shop um die Ecke ist in der Regel ein sehr kompetenter Ansprechpartner für Fragen dieser Art. Am Ende fährt man dort mit einer Multimedia-Anlage mit Navigation, DVD-Player und Bluetooth-Freisprechanlage vom Hof, die sogar billiger ist als das Einfachradio aus der Zubehörliste.

Standheizung

Ähnlich nachgefragt als Extra sind Standheizungen. Auf dem deutschen Markt gibt es nur zwei Anbieter, die auch als Erstausrüster für die Autoindustrie arbeiten. Wer also seine Standheizung, womöglich sogar gebraucht, erst nach dem Kauf des Autos einbauen lässt, spart schnell ein paar Hundert Euro. Die Anlage selbst unterscheidet sich dabei weder in Wirkung noch Bedienung von ab Werk verbauten Geräten.

Klimaanlage

Etwas anders sieht es bei Klimaanlagen aus: Durch den relativ komplexen Aufbau mit vielen einzubauenden Teilen empfiehlt sich der nachträgliche Einbau nur in sehr seltenen Fällen. Ein Beispiel dafür sind Youngtimer, die für den amerikanischen Markt mit Klimaanlagen ausgerüstet waren. Seinerzeit war eine Klimaanlage bei uns noch ein exotisches Extra und musste für US-Käufer in das fertige Auto integriert werden, Wer so eine Anlage für seinen alten BMW, Mercedes oder Porsche aus den Weiten des weltweiten Netzes ergattert, kann damit glücklich werden. Die Fahrer aktueller "Butter-und-Brot-Autos" müssen aber mit dem Ist-Zustand nach der Zulassung leben: Entweder das Auto hat eine Klimaanlage, oder eben nicht.

Sitzheizung

Serienmäßig und ohne Aufpreis gibt es in Autos für den skandinavischen Markt ein Extra, auf das nach "dem ersten Mal" auch hierzulande fast niemand mehr verzichten möchte: die Sitzheizung. Für ein paar Euro gibt es Auflagen im Auto-Teile-Händler, die ihre Energie aus dem Zigarettenanzünder beziehen. Diese "Heizdecken" funktionieren fast zu gut, bis entweder der Stecker oder einer der Heizdrähte verschmort. Diese Variante ist also nicht zu empfehlen. Besser sind Einbaulösungen, bei denen die Heizmatten aus Karbon bestehen. Diese Ausführungen sind sehr dauerhaft, müssen allerdings vom Sattler unter den Bezug des Sitzes gebracht werden. Das kostet pro Seite etwa 150 Euro zusätzlich zum Preis der Heizmatten, der je nach Anbieter zwischen 80 und 180 Euro liegt. Diese Lösung ist aber so gut wie "ab Werk" und kann auch noch nach Jahren eingebaut werden.

Xenonlicht

Im Neuwagenbereich  ist (noch nicht) das Xenonlicht Stand der Technik. Leider ist diese Technik auch durch die Zulassungsvorschriften nicht ohne weiteres nachrüstbar, so groß die Nachfrage danach auch ist. Der Gesetzgeber schreibt nämlich vor der "Heimleuchtung" mittels Entladungslampen zusätzlich eine dynamische Leuchtweitenregulierung und eine Scheinwerferreinigungsanlage vor. Jede dieser Einrichtungen kostet als Nachrüstpaket aber schon so viel wie der Posten "Xenonscheinwerfer" in der Aufpreisliste.

Wer im Dunkeln mehr sehen will, sollte einfach seine altersschwachen Halogenlampen gegen neue leistungsstarke Lampen einer Markenfirma austauschen. Das Ergebnis ist deutlich mehr Licht vor dem Auto. Eins gilt bei nachträglich eingebauten Extras genau wie bei Extras ab Werk: Einmal bezahlt, ist das Geld weg! Einen deutlich höheren Preis als ohne Extras wird das Auto beim Wiederverkauf nur sehr selten erzielen.

Zuletzt aktualisiert: 09. Mai 2012, 13:40 Uhr

Andreas Keßler am Expertentelefon: 01802 151517

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(Mittwoch, 18. April, ab 16.30 Uhr)

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