Autozeit

Hier ab vier | 04.07.2012 | 17:00 Uhr : Nachtfahrten - darauf sollten Sie achten!

Viele Autofahrer starten gerne zur Nachtfahrt in den Urlaub. Das, so meinen zahlreiche Autofahrer, hat viele Vorteile. Die Autobahnen sind nicht so voll wie tagsüber, Staus gibt es seltener als am Tage und die lieben Kleinen können in den Kindersitzen schlafen. Nachtfahrten haben aber auch Nachteile, auf die Sie sich einstellen sollten. René Burkert, Polizeioberrat der Polizei Thüringen, erklärt auf welche.

  • Achten Sie auf den Reisetag! Wenn es möglich ist, starten Sie nicht am Wochenende oder am Montag. Empfohlen werden der Dienstag und der Mittwoch, da an diesen Tagen nicht mit Pendlerverkehr zu rechnen ist. Die optimale Reisezeit, wenn es in der Nacht losgehen soll, ist die Zeit zwischen 2 Uhr bis 5 Uhr morgens. Der Grund dafür ist, dass in dieser Zeitspanne das Aufkommen von Lkw's gering ist.
  • Bevor es überhaupt los geht: Fahrzeug vor Fahrtantritt prüfen! Werkstätten bieten kostenlose Sicherheitschecks an. Wichtig: Beleuchtung, Klimaanlage und Betriebsstoffe. Ausrüstung wie Warndreieck, Warnweste, Sanikasten überrprüfen. Mautpflicht beachten.


  • Für Reisen ins Ausland, sollten Sie Informationen über rechtliche Gegebenheiten einholen.
  • Reisegeschwindigkeit bei Tempo 120-130 km/h einpendeln. Ganz normal im Strom mitschwimmen, dann ist die körperliche Anstrengung nicht so hoch. Und: Man spart Sprit.


  • Jede Reise unbedingt ausgeruht und ausgeschlafen antreten. Auf keinen Fall: raus aus dem Büro, rein ins Auto und durchgestartet. Wer übermüdet fährt, macht sich strafbar. Laut Paragraph 315c Strafgesetzbuch gefährdet ein übermüdeter Autofahrer den Straßenverkehr. Müdigkeit gilt als körperlicher Mangel - die Strafe ist genauso hoch wie bei einer Promillefahrt.
  • Ausreichend Zeit (für Staus und Pausenzeiten) einplanen. Allerdings ist auch hier zu berücksichtigen: Der gut gemeinte Rat: "Alle zwei Stunden 20 Minuten Pause" ist eigentlich illusorisch und unrealistisch. Jeder Mensch hat einen anderen Lebensrhythmus. Der eine braucht die Pause schon nach anderthalb Stunden anstrengender Autobahnfahrt oder nach ermüdendem Herumkurbeln auf schmalen Landstrassen, der andere ist auch noch nach drei Stunden fit. Aber der Körper sendet Warnsymptome, wenn er eine Pause braucht. Nimmt man nicht mehr wahr, was im Radio läuft, erkennt Verkehrszeichen nur noch verschwommen oder muss ständig gähnen, die Augen brennen, der Blick wird starr, Schulter- oder Rückenbereich sind verspannt, die Hände kribbeln oder die Augenlider werden schwer, dann sofort auf einen Parkplatz fahren und anhalten. Unbedingt eine längere Pause einlegen und ggf. schlafen.
  • Die beliebten "Muntermacher" - Tee, Kaffee oder coffeinhaltige Limonaden - sind als Erfrischungsgetränke in der Nacht ungeeignet. Diese Getränke haben kurzzeitig eine aufputschende Wirkung und der Fahrer fühlt sich frischer als er wirklich ist. Auf die aufputschende Wirkung erfolgt allerdings ein sehr plötzlich und unerwartet einsetzendes Leistungstief.
  • Auf leichte und vitaminreiche Ernährung achten. Vitaminmangel führt zu Müdigkeit und Unkonzentriertheit. Ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Am besten Wasser oder verdünnte Fruchtsäfte.
  • Nachts muss man vor allem auf Landstraßen vermehrt mit Wildwechsel rechnen. In 80 Prozent aller Fälle taucht das Wild nur 20 Meter vor dem Fahrzeug auf. Auch auf Autobahnen kann einem ein Reh über die Fahrbahn laufen. Beachten Sie: Auf keinen Fall den Versuch unternehmen, mit Fernlicht die Wildtiere fern zu halten. Blenden Sie sofort ab. Nur wenn die Tiere nicht geblendet werden, können sie einen Fluchtweg finden!
  • Generell gilt in Waldgebieten und auf jeden Fall dort, wo Schilder vor Wildwechsel warnen: Nicht schneller als 70 Stundenkilometer fahren! Auf Bewegungen über 70 Stundenkilometer können die Tiere wegen ihres begrenzten Sehvermögens nicht angemessen reagieren. Und Achtung: Bei Kleintieren muss man, sogar von der Rechtssprechung her, weiterfahren. So hart es klingt.

Zuletzt aktualisiert: 07. August 2013, 17:23 Uhr

René Burkert am Expertentelefon: 01802 151517

6 Cent/Anruf aus dem deutschen Festnetz, max. 42 Cent aus dem Mobilfunknetz

(Mittwoch, 4. Juli, ab 16.30 Uhr)

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