Leichter leben | 22.02.2012 | 17:00 Uhr : Unnötige Reparaturen
Eigentlich wollte man in der Werkstatt nur das linke Hinterrad auswechseln lassen. Doch dann kommen die Ratschläge der Mechaniker: "Die Stoßdämpfer müssten bald erneuert werden!" oder "Die Bremsscheiben vorne sind aber nicht mehr gut!". Viele Autobesitzer reagieren dann so, wie erwartet - sie lösen einen Auftrag aus. Doch sind diese Reparaturen wirklich immer nötig? Andreas Keßler gibt hier konkrete Tipps, mit denen Sie jede Menge Geld sparen können.
Sonderaktionen wie der "Frühlings-Check", die "Reise-Inspektion" und der "Winter-Check" sind verführerisch. Alle drei sind in der Werbung sehr preiswert, auf der Rechnung aber dann doch oft erschreckend teuer. Ziel dieser Aktionen ist es, den Autofahrer in die Werkstatt zu bekommen. Dabei ist ein "Check" oder eine "Inspektion" nie eine Reparatur, sondern nur die Suche nach einem Reparaturauftrag. Fast immer sind Stoßdämpfer, Bremsen und Reifen zu beanstanden. Und wer sich der mit sorgenvollem Gesicht vorgetragenen Mängelliste nicht verschließen kann, wird zähneknirschend einen entsprechenden Reparaturauftrag erteilen. Nur: Muss der Auftragsumfang immer so groß sein? Werden nicht vielleicht schnell und leicht zu wechselnde Teile viel zu früh ausgetauscht? Das ist leider nicht pauschal zu beantworten! Wer Zweifel hat, sollte sich immer eine zweite Meinung einholen. Entweder bei einer zweiten Werkstatt oder bei TÜV, DEKRA, GTÜ etc.
Richtwerte aus langjähriger Erfahrung für Standzeiten der wichtigsten Teile eines Autos (bei durchschnittlicher Nutzung) sind:
* Bremsbeläge Vorderachse: 25.000 km
* Bremsbeläge Hinterachse: 50.000 km
* Bremsscheiben Vorderachse: 80.000 km
* Bremsscheiben /-trommeln Hinterachse: 160.000 km
* Stoßdämpfer: 80.000 km
* Auspuffanlage: je nach Qualität drei bis zehn Jahre (auch abhängig von der Jahresfahrleistung)
* Reifen (Sommerreifen, mit Wechsel von vorn nach hinten): 50.000 km
* Kupplung (Stadtverkehr, routinierter Fahrer): 120.000 km
* Antriebswellen: 160.000 km
Gott sei Dank gibt es immer noch die kleine Werkstatt um die Ecke, die aber oft teurer als die "Auto-Aldis" ist. Dafür ist dort oft der Kunde König und der Meister kann jedes noch so komplizierte Problem finden, das unbedingt Nötige reparieren und das Ganze schließlich so erklären, dass Herr oder Frau Otto Normalautofahrer auch versteht, was mit seinem Auto los ist. Das ist der Ideal-, aber leider nicht der Normalfall. Wer vor der Fahrt in die Werkstatt etwas Zeit verwendet, um sein Auto und dessen "Weh-Wehchen" besser verstehen zu lernen, wird nach einiger Zeit von ganz allein merken, in welchem Unternehmen er gut und wo er weniger gut betreut wird.
Andreas Keßler am Expertentelefon: 01802 - 151517
6 Cent/Anruf aus dem deutschen Festnetz, max. 42 Cent aus dem Mobilfunknetz
(Mittwoch, 22. Februar, ab 16.30 Uhr)
