Autozeit

Leichter leben | 22.08.2012 | 17:00 Uhr : Die Karre muss weg

Der fahrbare Untersatz hat ausgedient. Doch wo soll er hin? Zum Schrottplatz? Bei der nächsten Vertragswerkstatt abgeben? Oder einem Zettelstecker überlassen? Autoexperte Andreas erklärt: Alles drei ist möglich! Und eine Online-Versteigerung sollte man auch nicht außer Acht lassen. Andreas Keßler verrät die Vor- und Nachteile der vier Varianten.

Hunderte von alten und ausgeschlachteten Autos stapeln sich auf einem Schrottplatz.

Zum Schrottplatz bringen

Eine Möglichkeit, das alte Auto loszuwerden ist der Schrottplatz, auch "Zertifizierter Entsorgungsbetrieb für Automobile nach der Altautoverordnung" genannt. Derzeit kann man Autos kostenlos (das ändert sich in Abhängigkeit von den jeweils geltenden Schrottpreisen) zum Verwerter fahren oder von diesem abholen lassen. Voraussetzung ist das Vorhandensein des Kfz-Briefes und -Scheins bzw. der Zulassungsbescheinigungen Teil 1 und 2.

Der Verwerter nimmt das Auto entgegen und stellt dafür den behördlich geforderten "Verwertungsnachweis" aus, mit dem man gegenüber der Zulassungsbehörde den Verbleib des Autos dokumentieren kann. Wichtig in diesem Zusammenhang ist die Vollständigkeit des Autos und der Fahrzeugpapiere. Wer ein bereits teilweise geschlachtetes Auto zum Verwerter bringt - ausgebeinte Wracks werden nicht abgeholt - , bekommt lediglich eine Quittung über die in diesen Fällen zu bezahlenden Gebühren, die aber auch als Beweis der ordnungsgemäßen Entsorgung dienen kann. 

Beim Vertragshändler abgeben

Autopapst Andreas Keßler
Andreas Keßler

Eine weitere, gesetzlich vorgeschriebene Alternative, ist die Abgabe des Altautos bei einem Vertragshändler der Marke des Autos. Seit dem 1. Januar 2007 ist eine kostenlose Fahrzeugrücknahme unabhängig vom Zulassungsdatum in der Altautoverordnung festgelegt. Die Vertragshändler halten sich den Rücken frei, indem sie mit zertifizierten Entsorgungsbetrieben Verträge abgeschlossen haben, in denen diese sich zur Verwertung von beim Vertragshändler abgegebenen Autos verpflichten.

In der Praxis wird diese Möglichkeit jedoch fast nicht genutzt, weil ein Großteil der stillgelegten Fahrzeuge exportiert wird. Lediglich 538.000 der rund drei Millionen in diesem Jahr stillgelegten Fahrzeuge bekamen die Verwerter zu Gesicht. Der große Rest der "Verbrauchtfahrzeuge" geht in den gen Osten und nach Afrika. Dort fahren die bei uns nicht mehr wirtschaftlich zu betreibenden Autos noch jahrelang, bevor sie dann endgültig verschrottet werden. Das geschieht natürlich nicht nach den in der EU gültigen Grundsätzen und belastet die Natur der betroffenen Länder extrem.

Einem Zettelstecker verkaufen

Geöffnet wird dieser Vertriebsweg durch die "Zettelstecker", die die Nachfrage nach Autos bis 2.500 Euro aus dem afrikanischen und süd-ost-asiatischen Raum zu befriedigen versuchen. Die dort am häufigsten gesuchten Fahrzeuge (etwa zwölf Jahre alt, mit KAT und ABS) sind aber auch in unseren Breiten durchaus gefragt. Wer heute also schnell ein Auto loswerden will, kann bei guter nervlicher Verfassung den Anruf beim Kärtchenstecker ruhig wagen und wird mit etwa 300 bis 500 Euro für die Verhandlungen mit den manchmal etwas unorthodox auftretenden "Automanagern" entschädigt. Doch Vorsicht: Verkaufen Sie auf diesem Wege ein Auto nur im abgemeldeten Zustand! Die Aufkäufer haben immer Überführungskennzeichen und benötigen Ihre Schilder nicht. Wenn ein Aufkäufer keine "roten Nummern" hat, sollten Sie die Finger von diesem Geschäft lassen.

Versteigern im Internet

Eine weitere Möglichkeit für die ganz alten Autos ist die Versteigerung über eine Onlineauktion. Bei einer Auktion stellt sich immer der augenblickliche Marktpreis für das Auto heraus, der kann auch bei einem Euro liegen. Aber: Das Auto ist rechtskräftig verkauft und dann eben auch schnell vom Hof. Nennenswerte Preisvorteile gegenüber den oben genannten Möglichkeiten wird man aber nur mit Liebhaberstücken aus den frühen bis mittleren 1980er-Jahren erzielen, die gerne als Ersatzteilspender gekauft werden. Außerdem kann das Versteigern im Internet mit vielfältigen Problemen verbunden sein, mit denen sich kaum jemand herum schlagen möchte.

Zuletzt aktualisiert: 22. August 2012, 14:28 Uhr

Andreas Keßler am Expertentelefon: 01802 151517

6 Cent/Anruf aus dem deutschen Festnetz, max. 42 Cent aus dem Mobilfunknetz

(Mittwoch, 22. August, ab 16.30 Uhr)

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