Leichter leben | 25.07.2012 | 17:00 Uhr : Sicher mit dem Auto unterwegs
Die Pflicht, sich anzuschnallen, wurde in Deutschland 1976 eingeführt. Autopapst Andreas Keßler erklärt, worauf Sie noch achten sollten, um sicher im Straßenverkehr unterwegs zu sein.
Heute gleichen Autos fahrenden Computern, die gefährliche Situation durch ABS, ESP, Airbags etc. entschärfen bzw. verhindern. Die Verkehrsopferzahlen haben sich parallel zum gesteigerten Sicherheitsstreben aller Beteiligten sehr positiv entwickelt: Kamen 1972 noch 19.193 Menschen bei Verkehrsunfällen in Deutschland ums Leben, waren es im vergangenen Jahr "nur" noch 4.009 Verkehrsopfer. Vor dem Hintergrund der seither um ein Vielfaches gestiegenen Jahresfahrleistungen ist das eine sehr erfreuliche Entwicklung.
Kindersitze zum Schutze der Kleinsten
Neben der Einführung der Gurtanlegepflicht (1976, seit 1984 mit Verwarnungsgeld verbunden) hat insbesondere die "Kindersitzsicherheitspflicht" (1993) in Deutschland zu stark sinkenden Verkehrsopferzahlen geführt. Aktuell garantieren aufwändige Kindersicherungssysteme wie "ISO-Fix" besten Schutz für die Kleinsten. Unverständlich ist, dass dies nicht Standard und oft nur gegen Aufpreis beim Autoneukauf erhältlich ist. Seit April 2008 dürfen nur noch Kindersitze genutzt werden, die nach ECE 44/03 oder höher geprüft sind. Erkennbar ist das an den ersten beiden Ziffern der 8-stelligen Zulassungsnummer auf dem orangefarbenen ECE-Prüfsiegel. Beginnt die Nummer mit 00, 01 oder 02, ist der Sitz veraltet, bei 03 oder 04 ist der Sitz zulässig.
Warndreieck fehlt bei rund einem Drittel im Auto!
Obwohl niemand vor Unfällen gefeit ist, sind viele Autofahrer darauf schlecht vorbereitet. Spontan gaben nur 84 Prozent der Autofahrer an, dass sie den Verbandskasten immer dabei haben, für das Warndreieck sagten das sogar nur 69 Prozent. Beides ist jedoch laut Straßenverkehrsordnung Pflicht. Die freiwillige Mitnahme einer Warnweste, hierzulande nur bei gewerblich genutzten Fahrzeugen vorgeschrieben, bestätigen lediglich 50 Prozent.
Das können Sie selber für mehr Sicherheit tun:
- Stoßzeiten meiden
Erfahrungsgemäß konzentriert sich der Verkehr auf die Zeit vor und nach den Wochenenden sowie auf Zeiten zwischen sechs und neun Uhr, sowie 15 und 18 Uhr an Wochentagen. Wer kann, sollte da lieber nicht fahren.
- Vorab planen
Eine rechtzeitige Planung reduziert den Stress. Steht das Ziel fest, sollten eine persönliche Checkliste aufgestellt werden: Tankstellen, Rastplätze, Navi, Karten, Ausweichstrecken können schon "trocken" vor (unbekannten) Routen recherchiert werden.
- Auto-Check
Eine längere Fahrt ist eine Herausforderung für das Auto. Eine Überprüfung der Flüssigkeitsstände von Öl, Kühl- und Scheibenreinigungswasser sollte vor Fahrbeginn durchgeführt werden. Kommt schwere Ladung an Bord, sollte der Reifendruck erhöht werden (Betriebsanleitung!). Auch der Zustand von Reifenprofil, Bremsbelägen und Wischerblättern ist zu kontrollieren. Nicht zu vergessen: die Anpassung der Leuchtweitenregelung des Abblendlichts aufgrund der höheren Zuladung.
- Ausgeruht ans Steuer
Das Mindeste, was Autofahrer für ihre Fitness tun können, ist den Vorabend alkoholfrei zu verbringen und für eine ordentliche Portion Schlaf zu sorgen. Bei Medikamenteneinnahme ist unbedingt darauf zu achten, dass sie die Fahrtüchtigkeit nicht beeinträchtigen. Bequeme Kleidung, leichte Kost und regelmäßige Pausen mit Bewegung helfen, auch längere Etappen ermüdungsfrei zu überstehen. Dabei das Fahrzeug möglichst im Auge behalten: Persönliche Präsenz ist der beste Diebstahlschutz. Hält man sich in Fahrzeugnähe auf, können zudem auch Türen oder Fenster geöffnet bleiben und für frische Luft sorgen. Auf längeren Fahrten sind regelmäßige Pausen unerlässlich.
