Autozeit

Leichter leben | 06.02.2013 | 17:00 Uhr : Sprit sparen - Irrtümer und echte Tipps

Sprit ist teuer. Immer mehr Produkte erobern den Markt, die Benzin sparen helfen sollen. Doch halten sie, was sie versprechen? Autoexperte Andreas Keßler erklärt es und hat Tipps, wie Sprit sparen leicht gemacht wird.

Ein Benzinkanister wird betrankt.

An den Spritpreisen können Verbraucher wenig ändern, wohl aber an ihrer Fahrweise. Mit vorausschauender, Kraftstoff sparender Fahrweise lassen sich bis zu 20 Prozent der Spritkosten einsparen. Man sollte darauf achten, im Verkehrsfluss möglichst elegant "mitzuschwimmen". Das bedeutet, auf starke Beschleunigungsvorgänge und heftige Bremsmanöver zu verzichten. Diese treiben den Kraftstoffverbrauch steil in die Höhe. Wichtig ist es dabei auch, den Verkehr vor sich im Blick zu behalten, um das Fahrzeug mit dem eigenen Schwung bis zu Ampeln, Stoppstellen oder haltenden Fahrzeugen ausrollen zu lassen.

Den Geldbeutel und die Umwelt schont auch, wer gleichmäßig mit niedrigen Drehzahlen fährt und früh in den nächsten Gang hoch schaltet. Beim Beschleunigen ist es ratsam, das Gaspedal bei niedriger Drehzahl im nächst höheren Gang stark durchzudrücken, um den bei Volllast höheren Wirkungsgrad des Motors zu nutzen.

Spritfresser Klimaanlage

Bei Ampel-Rot den Motor ausschalten, auf Kavalierstarts verzichten, die Gänge nicht "auszudrehen" und dann rasch hoch schalten. Auf Autobahnen empfiehlt sich gleichmäßiges Fahren deutlich unter der Spitzengeschwindigkeit, denn das Fahren am Limit kostet viel Kraftstoff. Auch ein um 0,2 bar erhöhter Reifendruck, der Verzicht auf unnötigen Ballast und die Demontage eines nicht benötigten Dachgepäckträgers wirken sich günstig auf den Verbrauch aus. Ratsam ist weiter, Spritfresser wie Klimaanlage oder Sitzheizung überlegt einzusetzen.

Zweifelhafte Kraftstoff-Spar-Geräte sind ...

  • ... der Zündverstärker, der angeblich das elektrische Feld um den Zündfunken wahlweise rechts- oder linksherum rotieren lassen kann und dadurch die Kraftstoffatome dreimal effizienter verbrennen kann. Das halbiert durch einfachste Technik den Verbrauch, senkt den Schadstoffausstoß und verdoppelt die Leistung. Unter dem Strich also eine Verbesserung um den Faktor 4 ...
  • ... Kraftstoffleitungs-Ionisierer, die durch eine rohrförmige Spule, die an die Autoelektrik angeschlossen und um die Kraftstoffleitung montiert wird, die normalerweise bipolar ausgerichtete Molekularstruktur des Kraftstoffes zum einen ionisiert und zum anderen harmonisiert. Den so "glücklich" gemachten Kraftstoff vermag der Zündfunke im Brennraum mit halber Energie zu einer doppelt so starken Verbrennung zu veranlassen, wodurch die Lichtmaschine erst ent- und dann wieder belastet wird. Diese oszillierende Spannungserzeugung generiert den Impulsvorgang des Kraftstoffionisierers und stellt de facto ein perpetum mobile dar ...
  • ... NASA-getestetes Space-Oil mit Solar- (für Benzinmotoren) oder Lunar-Partikeln (für Dieselmotoren), die die Reibung der im Motor aufeinander gleitenden Teile um 67,3 Prozent herabsetzen und dadurch den Wirkungsgrad über die magische Zahl 1 heben. Wer die einmalige Investition (Literpreis 119,90 €) getätigt hat, muss künftig nur noch alle 1.300 km an die Tankstelle fahren. Dort muss er aber nicht etwa neuen Kraftstoff kaufen, sondern lässt vom Tankwart jeweils 50 Liter aus seinem Tank abpumpen, damit dieser nicht überläuft ...

Sie werden zunächst ungläubig gestaunt, schließlich aber doch wohl gelacht haben: So oder so ähnlich wird mit pseudowissenschaftlicher Beschreibung der arme Autofahrer um sein gutes Geld gebracht. Für alle Kraftstoff-Spar-Geräte und -additive gilt ein Grundsatz: Ihre Wirkung ist in jedem Fall positiv, allerdings nur auf den Kontostand des Verkäufers.

Zuletzt aktualisiert: 18. Februar 2014, 14:34 Uhr

Andreas Keßler am Expertentelefon: 01802 - 151517

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(Mittwoch, den 5. Februar von 16.30 - 17.25 Uhr)

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