Leichter leben | 24.10.2012 | 17:00 Uhr : Kein Stress beim TÜV
In der Regel ist ein Auto alle zwei Jahre für die Hauptuntersuchung fällig, bei der die Experten vom Technischen Überwachungsverein, kurz TÜV, Bremsen, Beleuchtung und Co. ordentlich auf den Zahn fühlen. Welche Mängel werden häufig entdeckt? Und wie läuft die Untersuchung überhaupt ab? Autoexperte Andreas Keßler weiß Rat!
Die Hauptuntersuchung (HU) ist eine Art Ist-Zustand-Analyse des Fahrzeugs zum Zeitpunkt der Kontrolle. Die Qualität dieser Untersuchung trägt entscheidend zur Sicherheit auf Deutschlands Straßen bei. Seit 1961 zeigt eine Plakette auf dem Kennzeichen: Dieses Fahrzeug entspricht den gesetzlichen Vorschriften. Dabei hat der Gesetzgeber streng geregelt, wie oft welches Fahrzeug von einem Sachverständigen untersucht werden muss. Wer sich ein neues Auto kauft, muss das erste Mal nach drei Jahren zum Technischen Überwachungsverein, kurz TÜV, danach alle zwei Jahre. Was kann und muss der Prüfer feststellen? Autopapst Andreas Kessler zählt häufige Mängel auf und weiß, wie die Untersuchung abläuft.
Auto vorher auf Hochglanz bringen!
Die Hauptuntersuchung kann entweder in einer extra ausgewiesenen Prüfstelle oder in der Stammwerkstatt durchgeführt werden. In diese kommt dann der Prüfer und arbeitet an einem Tag die vorgeführten Fahrzeuge ab. Prüfstellen gehören zu den großen Prüforganisationen, beispielsweise der DEKRA oder dem TÜV. Welche Methode die "bessere" ist, hängt von den Wünschen des jeweiligen Fahrzeughalters ab.
Wenn Sie selbst zu einer Prüfstelle Ihrer Wahl fahren, sollte das Auto wenigstens gewaschen und mit Warndreieck und Verbandskasten ausgerüstet sein. Außerdem sollten Sie vorher überprüfen, ob die Scheinwerfer noch funktionieren. Das erspart Ihnen eine Menge Ärger!
"Geringe" oder "erhebliche" Mängel
Der kritischste Teil der Hauptuntersuchung ist "die Grube", wo das Auto von unten inspiziert wird. Dabei beanstandet der Prüfer zumeist die klassischen Mängel wie Verschleiß an den Bremsen, zu großes Spiel in der Lenkung, Undichtigkeiten bei Ventilen und Schläuchen. Nach dem Abschluss der Hauptuntersuchung kommt die Zusammenfassung: Der Prüfer füllt den Prüfbericht aus und erläutert dem Autofahrer, ob und welche Mängel er gefunden hat und ob das Auto die Hauptuntersuchung erfolgreich bestanden hat oder nicht.
Liegen nur "geringe Mängel" vor, quittiert der Fahrer diese und sichert dadurch deren umgehende Beseitigung zu. Streng genommen dürfte er auch mit diesen geringen Mängeln nicht am Straßenverkehr teilnehmen, eine Nachprüfung findet jedoch nicht statt.
Wurden dagegen "erhebliche Mängel" gefunden, verweigert der Prüfer die Prüfplakette und das Auto muss nach der Reparatur der beanstandeten Teile noch einmal vorgeführt werden. Diese Nachprüfung muss innerhalb eines Monats erfolgen, ansonsten verlangt die Prüfstelle erneut den vollen Gebührensatz für eine Hauptuntersuchung. Innerhalb von vier Wochen werden davon nur 50 Prozent fällig. Schnell sein, lohnt sich also!
Preisvergleich lohnt sich
Mit dem Prüfbericht kann sich der Autohalter mit Fachleuten zusammen setzen und die nötigen Reparaturen kalkulieren oder auch selbst zum Werkzeugkasten greifen, um Geld zu sparen. Wer nicht selber an seinem Fahrzeug herumschrauben möchte oder kann, holt sich am besten mehrere Kostenvoranschläge von Fachfirmen, um die Preise miteinander zu vergleichen. Auch hier können Sie bares Geld sparen!
Andreas Keßler am Expertentelefon: 01802 151517
6 Cent/Anruf aus dem deutschen Festnetz, max. 42 Cent aus dem Mobilfunknetz
(Mittwoch, 24. Oktober, ab 16.30 Uhr)
