Leichter leben | 17.10.2012 | 17:00 Uhr : Winterschlaf fürs Auto
Der Winter steht vor der Tür. Andreas Keßler verrät, wie man etwa Cabrios und Oldtimer vorbereitet, damit sie gut durch den Winterschlaf kommen: Dazu zählen neben Pflegemaßnahmen auch ein Check von Motorenöl und Co.
Im Oktober wird es ruhiger auf den Straßen: Die Spaßautos, die Cabrios und Oldtimer verschwinden in Schuppen, Garagen und Kellern und werden durch fahrbare Untersätze ersetzt, denen Matsch und Salzschnee nichts mehr machen. Aber reicht das, einfach unter Dach und Fach mit der Edelkarre und fertig? Denn, auch in der Garage kann es eiskalt werden ...
Die Tipps vom Autoexperten
- Der Technik-Check
Zunächst sollte man einen Blick in den Kühler werfen. Reicht der Frostschutz aus? Wenn nicht: Auffüllen!
Ähnlich sieht es mit der Scheibenwaschanlage aus: Wenn der Vorratsbehälter einfriert, kann er reißen. Also: Scheibenwaschanlagenfrostschutz kaufen und einfüllen.
Falls der TÜV-Termin in die Winterpause fällt, lohnt die Fahrt zur Prüfstelle noch vor der Abmeldung. Damit kann man sich im Frühjahr die Kurzzeitkennzeichen ersparen und gleich in die neue Saison starten.
Vor der Winterpause muss der Oldie bei schönem Wetter noch einmal auf Betriebstemperatur gebracht werden. Dabei die Heizung auf drehen, damit sich die frisch aufgefüllte Frostschutz-Mixtur durch alle Kanäle arbeiten kann. Vor der Rückfahrt kann dann der Reifenluftdruck um ein bis zwei Bar erhöht werden, um die Reifen vor Standplatten zu schützen. Außerdem gibt es hier Kraftstoffstabilisator, der in den Tank gehört. Die modernen Kraftstoffe sind nicht langzeitstabil und verwandeln sich ohne Zusatzchemie während des Winters in eine übelriechende und zündunwillige Brühe.
Zuhause sollte man dem Motor einen Ölwechsel spendieren, auch wenn der Wechsel noch nicht ansteht, denn gebrauchtes Motoröl enthält mehr oder weniger Wasser und Säure. Mit dem neuen Öl sollte der Motor dann aber nicht mehr gestartet werden.
- Außenpflege
Jetzt kann der Wagen außen gründlich gereinigt werden, dabei die Dachrinne - dort setzen sich gern Harz, Dreck und kleine Äste fest - und den Bereich unter der Tankklappe und die Radkästen - hier sitzt oft Schmutz, der ewig Feuchtigkeit speichert - nicht vergessen und sorgfältig auswischen.
Falls nötig, kann der Lack mit einer Wachsschicht versiegelt werden, denn nur sie konserviert den Lack.
Zum Schutz von Chrom (vorher polieren) und Leichtmetall gibt es spezielle Sprays, die sich im Frühjahr einfach mit einem trockenem Tuch abpolieren lassen. Gut geht dies aber auch mit flüssigem Paraffin aus der Apotheke, das sich mit Wasser gut entfernen lässt. Sämtliche Dichtungsgummis sollten mit einem Glycerin-Hirschtalg- oder Vaselinestift eingerieben werden.
Für die Türschlösser gibt es spezielle Pflegeöle: sie schützen vor Korrosion und halten die Teile beweglich. Das Kofferraumschloss hierbei nicht vergessen!
Als nächstes sollten die Türen- und Haubenscharniere und gegebenenfalls auch das Verdeckgestänge mit etwas Sprühöl versorgt werden, um im Frühjahr keinen Ärger mit knarrenden Gelenken zu haben.
Zum Schluss Konservierungsöl oder Konservierungsspray aus dem Fachhandel in den Luftfilterkasten ohne Filter sprühen. Anschließend muss der Motor per Anlasser bei stillgelegter Zündung durchgedreht werden: Der Motor saugt dadurch das Mittel an, und es schlägt sich im Krümmer, vor allem aber im Vergaser nieder.
Dann wird die Batterie ausgebaut, denn sie übersteht nicht mehrere Monate ohne Nachladen. Im Fachhandel gibt es entsprechende Dauer- oder Erhaltungsladegeräte, die den Akku fit halten und ein überladen verhindern.
- Innenraumpflege
Nun wendet man sich dem Innenraum zu, der ebenfalls gründlich gereinigt werden sollte, um eventuelle Schäden vorzubeugen: Staub zum Beispiel kratzt unter Schutzhüllen und Straßendreck speichert Feuchtigkeit.
Nach dem Aussaugen von Innen- und Kofferraum bekommt die Leder- oder Kunstlederausstattung ihr Pflegemittel, welches nicht nur säubert, sondern den Sesseln auch ihre ursprüngliche Geschmeidigkeit zurück gibt.
Gegen zu hohe Feuchtigkeit im Innenraum während der Standzeit hilft ein Trockenpulver, das jeder Baumarkt führt. Steht der Wagen schließlich an seinem Platz, sollten die Fenster einen spaltbreit geöffnet werden. Das sorgt für eine gute Luftzirkulation.
Cabriodächer überwintern am besten mit geöffneten Verdeckschlössern, um nicht die ganze Zeit gespannt zu sein. Die Türen sollten ebenfalls nicht ganz, sondern nur in die erste Raststellung des Schlosses, gedrückt werden.
Den Kofferraumdeckel nur lose auflegen. Das schont die Gummidichtungen und der Innen- bzw. Kofferraum kann zusätzlich atmen.
Andreas Keßler am Expertentelefon: 01802 151517
6 Cent/Anruf aus dem deutschen Festnetz, max. 42 Cent aus dem Mobilfunknetz
(Mittwoch, 17. Oktober, ab 16.30 Uhr)
