Leichter leben | 10.10.2012 | 17:00 Uhr : Winterreifen – Braucht man sie wirklich?
Auch wenn in manchen Gebieten nur selten Schnee fällt, sind Winterreifen zur kalten Jahreszeit ein Muss, denn sie sind für alle winterlichen Straßenbedingungen gedacht, nicht nur für Schnee. Tests mit Winterreifen auf trockenen und nassen Fahrbahnen und auf Schnee zeigen eindeutige Ergebnisse: Sie garantieren mehr Sicherheit und eine bessere Straßenlage auf Matsch und Eis.
Vor dem eigentlichen Wechsel der Räder sollte man sich sowohl die Winter- als auch die Sommerreifen noch einmal genau betrachten: Wie alt sind die Reifen? Wie tief ist das Profil? Und wie sieht das "Tragbild" (also die Abnutzung über den Umfang und die Breite der Reifenlauffläche) aus? Zu alte Gummis sollten nicht mehr montiert werden, bei spätestens zehn Jahren ist Schluss. Die Reifenindustrie sieht sogar schon nach acht Jahren Sicherheitsprobleme bei der weiteren Verwendung, weil der Reifengummi im Laufe der Zeit aushärtet und keinen idealen Grip mehr bietet.
Wenn Winterreifen vor der Montage nur noch 4 mm Restprofiltiefe haben, sollten sie nicht mehr als Winterreifen zum Einsatz kommen. Solche Reifen eignen sich nur noch zum "Auffahren" im Sommer bis auf die minimal zulässige Profiltiefe von 1,6 mm.
Wer nun zum Reifenhändler muss, wird vielleicht lange Wartezeiten in Kauf nehmen müssen, hat vor allem aber die Qual der Wahl: Die Händler haben die Lager mit neuen Winterreifen gefüllt, es gibt teure Superbreitreifen, billige runderneuerte und noch billigere Fernostprodukte. Als Faustregel sollte neben dem Preis vor allem ein kurzer Bremsweg in allen Lebenslagen ausschlaggebend sein. Und den bieten billige "Holzreifen" aus zweifelhafter Quelle eben gerade nicht. Pünktlich zur Winterreifensaison veröffentlichen deshalb die Autoklubs und Verbrauchertestorganisationen regelmäßig Reifentests, die die Spreu vom Weizen trennen. Ab dem 1. November 2012 dürfen nur noch Reifen mit dem sogenannten "Reifenlabel" verkauft werden.
Hierbei handelt es sich um Angaben zum Rollgeräusch, zum Rollwiderstand und zur Nasshaftung eines Reifens, die ähnlich wie die Energieeffizienzklassen von Hausgeräten auf einem Aufkleber dargestellt sind. Wer einen Reifen mit sehr niedrigem Rollwiderstand kaufen will, um Kraftstoff zu sparen, sollte hier eine "A"- Bewertung wählen. Das beeinflusst dann aber die Nasshaftung (also den Bremsweg) negativ, beide Kriterien werden kaum mit "A" bewertet werden können. Das Reifenlabel kann aber einen besseren Überblick bei der Reifenwahl verschaffen.
Andreas Keßler am Expertentelefon: 01802 151517
6 Cent/Anruf aus dem deutschen Festnetz, max. 42 Cent aus dem Mobilfunknetz
(Mittwoch, 10. Oktober, ab 16.30 Uhr)
