Leichter leben

Hier ab vier | Studioaktion : Dünger - die richtige Nahrung für gesunde Pflanzen

Die Gartensaison ist in vollem Gange. Pflanzen sind ausgesät oder gesetzt. Jetzt sollen sie wachsen und gedeihen. Mit einer Dünger-Kraftkur für die Pflanzen können Sie nachhelfen! Tipps dafür gibt es hier.

Ein Grüner Garten.

Der Komposthaufen

Der beste Dünger für den Garten ist selbst hergestellter Kompost, den man einfach auf einem Haufen oder im Kompostsilo reifen lassen kann. In jedem Garten fallen ausreichend Abfälle an, aus denen man einen nährstoffreichen Kompost für die Pflanzen gewinnen kann. Dazu gehören etwa Gras- und Heckenschnitt, Laub und Sägespäne. Gut ist, wenn man noch organische Abfälle, wie beispielsweise Stallmist von Pferden, Kühen, Schweinen, Hühnern oder Hasen dazwischen schichtet. Außerdem sollte auf jede Lage Sand gestreut werden. Das dient der Mineralversorgung des Haufens.

Ein Komposthaufen.
Kompost ist ein optimaler Dünger.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Frischekompost und Lagerkompost. Frischekompost - am bekanntesten ist hier sicher der Kaffeesatz - bleibt einfach auf der Erdoberfläche liegen. Lagerkompost, der etwa zwei bis drei Jahre gereift ist, wird direkt beim Pflanzen mit ins Loch gegeben, oder auf größeren Flächen in die Oberfläche eingearbeitet. Wichtig beim Lagerkompost ist außerdem, dass man ihn Schicht für Schicht auffüllt.

Zwischendurch sollten Hornspäne oder Blutmehl (ca. 200 Gramm pro Quadratmeter) darauf verteilt werden. Sie dienen den Würmern und Bakterien als Nahrung. Um deren Aktivität zu steigern, kann man nach dem Einfüllen einer neuen Schicht außerdem Zucker- oder Hefewasser über den Kompost gießen. Das regt die Helfer im Haufen zu "Höchstleistungen" an, beim Umsetzen der Abfälle in neue Erde.

Fertigdünger

Beim Einsatz von Fertigdüngern, wie Hornspänen, muss man zwischen der Flächen- und der Punktdüngung unterscheiden. Auf Flächen rechnet man etwa mit 200 Gramm pro Quadratmeter. Wichtig ist, den Dünger in den Boden einzuarbeiten, damit er seine Wirkung richtig entfalten kann.

Bei der Punktdüngung, wie für ein Pflanzloch, gibt man etwa eine handvoll Dünger mit hinein, bevor die Pflanze gesetzt wird. Den Guano-Dünger muss man, anders als die Hornspäne, erst in Wasser auflösen und gießt ihn dann an die Pflanzen.

Zeitungskompost

Vier Zeitungen.
Nehmen Sie keine bunt bedruckten Zeitschriften!

Wer in seinem Garten schweren Boden hat, kann den mit einem sogenannten Zeitungskompost auflockern. Dazu wird - am besten in einem Kompostsilo - unten eine etwa 15 Zentimeter hohe Schicht aus Zeitungen oder Pappe eingefüllt. Wichtig dabei, keine bunt bedruckten Zeitschriftenblätter zu verwenden. Die Zeitungsseiten werden in kleine Stücke gerissen und nass gemacht. Zwischen jede Lage Papier kommt eine dünne Schicht Gras- oder Heckenschnitt, oder auch Holzwolle zur Belüftung, Sand, sowie ein stickstoffhaltiger Kompostbeschleuniger, wie Hornspäne.

Das Silo sollte möglichst vollständig ausgefüllt werden, da der Kompost nach einigen Wochen zusammenfällt. Dann kann man das Silo, wie beschrieben wieder auffüllen. Umso mehr Erde gewinnt man am Ende. Wichtig ist, dass der Inhalt des Silos während der Lagerzeit immer gut feucht gehalten wird. Nach rund neun Monaten ist der Zeitungskompost dann einsatzbereit. Um ihn noch reichhaltiger zu machen, kann er zusätzlich mit Stallmist vermischt werden.

Dünger selbst gemacht

Um einen Dünger für anspruchsvolle Pflanzen selbst herzustellen, nimmt man am besten ein Holz- oder Plastikfass mit etwa zehn Liter Inhalt. Je nach Bedarf kann man aber auch eine größere Menge ansetzen. Zu zwei Dritteln wird das Fass mit Brennnesseln gefüllt. Darüber kommen Ackerschachtelhalm und Farn, sowie ein Pfund Zwiebeln. Wenn man sie im Garten hat, kann man außerdem je eine handvoll Lavendel, Thymian, Rosmarin und Kamille dazugeben. Dann wird das Fass mit Wasser aufgefüllt und mit einem Vogelschutz abgedeckt. Das Fass sollte im Schatten stehen, weil die Gärung sonst zu schnell erfolgt und sich nicht alle Inhaltsstoffe bilden können.

Zwiebeln
Sie benötigen ein Pfund Zwiebeln.

Diesen Ansatz sollte man zwei- bis dreimal täglich umrühren. Wenn nach einigen Tagen die Gärung einsetzt, kann man den Geruch mildern, indem man täglich ein bis zwei Hände Steinmehl dazugibt. Nach acht bis zwölf Tagen ist der Dünger fertig, kann abgegossen und in verschlossenen Flaschen aufbewahrt werden. Er hilft übrigens auch gegen Blattlaus und Co.

Tipp: Bei der Anwendung auf reiner Erde sollte man den Dünger im Verhältnis 1:4 mit Wasser verdünnen. Verwendet man den Dünger an Pflanzen, sollte das Mischungsverhältnis 1:9 sein.

Zuletzt aktualisiert: 15. Januar 2013, 14:28 Uhr

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