Guter Rat!

Leichter leben | 04.12.2012 | 17:00 Uhr : Rund um Immobilien

Auf der Suche nach sicheren Geldanlagen entscheiden sich Sparer häufig für Immobilienfonds. Bei Immobilienfonds wird das Kapital von mehreren Anlegern gebündelt, um in Immobilien zu investieren. Prinzipiell unterscheidet man zwei Immobilienfonds:

1. Geschlossene Immobilienfonds

Beim geschlossenen Fonds wird das Geld in ausschließlich ein einziges Objekt investiert, z.B. in ein Einkaufscenter. Doch Vorsicht. Das ist nur was für Profis und Experten. Für alle anderen wird das ganz schnell zum Glücksspiel, bei dem man alles auf eine Karte setzt. Ziehen etwa drei gewerbliche Mieter aus oder geht ein Hauptmieter in Insolvenz, so gerät die ganze Finanzierung in Schieflage. Also Hände weg vom geschlossenen Immobilienfonds!

2. Offene Immobilienfonds

Beim offenen Immobilienfonds wird das Anlagevermögen auf verschiedene Anlagen gestreut. Kommt hier eine Immobilie in Probleme, so wird sie durch die anderen abgefangen. Es handelt sich dabei um eine sichere Anlageform mit guter Rendite.

Für Aufsehen haben offene Immobilienfonds gesorgt, als im Zuge der Schieflage vieler Banken, diese ihre Anteile eingelöst hatten. Das konnten die Fonds nicht alles auf einen Schlag auszahlen, weshalb sie vorübergehend (und im Einklang mit dem Gesetz) geschlossen worden sind. Das heißt: So lange der Fonds geschlossen ist, kommt man nicht an sein Geld. Es ist zwar nicht weg, aber vorübergehend gesperrt. Also doch nichts für Privatanleger?

Bis zu einer Summe von 30.000 Euro ist ein offener Immobilienfonds eine gute Sache. Der Anleger kommt jederzeit an sein Geld, weil er die Fondsanteile verkaufen kann, die Anlage ist sicher, weil Sachwerte – sprich Gebäude – dahinterstehen und die Rendite ist in Zeiten der Niedrigzinsen allemal konkurrenzfähig. Über 30.000 Euro ist es aber nichts für den normalen Sparer, denn ab dieser Summe muss man seinen Anteilsverkauf ein Jahr vorher anmelden und seine Anteile mindestens zwei Jahre halten.

Wie ist der Ablauf eines Immobilienkaufs?

Es beginnt mit der Auflassungsvormerkung. Damit wird im Grundbuch der Anspruch zum Erwerb einer Immobilie oder eines Grundstücks geltend gemacht. Nun kann dem Käufer niemand mehr dazwischen funken.

Danach erfolgt der Vertragsabschluss zwischen Käufer und Verkäufer, der durch die Auflassung im Grundbuch abgeschlossen wird. Dann erfolgt die Zahlung des Kaufpreises auf ein sogenanntes Notaranderkonto, dann der Eintrag des neuen Eigentümers ins Grundbuch. Ist das durchgeführt, erhält der Verkäufer sein Geld.

 Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es?

20, besser 30 Prozent des Kaufpreises sollte man angespart haben. Für den Rest kann man ein Hypothekendarlehen aufnehmen, was wesentlich zinsgünstiger ist als ein normaler Privatkredit. Oder man hat einen zuteilungsreifen Bausparvertrag. Darlehen und Bausparvertrag lassen sich aber auch kombinieren. 

Ist die Eigentumswohnung als Kapitalanlage sinnvoll?

In unsicheren Zeiten ist eine Anlage in Sachwerte nie falsch. Aber sie nutzt am Zweifel nur, wenn ich sie in dem Moment, in dem ich das Ersparte brauche, auch veräußern kann, das heißt: Ich sollte nur eine Immobilie kaufen, die auch andere potentielle Käufer interessiert. Daher gilt in Immobilienkreisen das schöne Bonmon für die drei wichtigsten Kriterien: Erstens: die Lage; zweitens: die Lage; drittens: die Lage.

Woran erkennt der Laie, ob eine Immobilie eine gute Lage hat?

Am Preis im Vergleich zu ähnlichen Gebäuden in anderen Lagen. Wert mindernd bei Wohnimmobilien sind vor allem mangelnde Infrastruktur (Einkaufsmöglichkeiten, Schulen, fehlende Anbindung an öffentlichen Nahverkehr, schlechte Parkplatzsituation, wenig Grünflächen). Dies führt ganz klar zu einer Wertminderung und schlechtem Widerverkauf.

Sind Immobilien als Anlage sicherer als Aktien?

Im Prinzip: ja. Wenn ich nicht gerade ein Haus oder eine Wohnung in einer Stadt kaufe, die von großer Abwanderung geprägt ist.

Wann gilt eine Anlage in Immobilien als besonders sicher?

Wenn die Lage gut ist, also eine begehrte Stadt und ein begehrter Stadtbezirk; und wenn der Einkaufspreis günstig war.

Welche Anlage in Immobilien gibt es?

Das Eigenheim, die Eigentumswohnung, der Immobilienfonds. Als eine echte Anlage gilt die nicht selbstbewohnte Immobilie. Sie hat steuerliche Vorteile, die die selbst bewohnte nicht hat. Dafür muss man in diesem Fall selber keine Miete zahlen. 

Was ist mit einer fremd genutzten Eigentumswohnung?

Wie schon erwähnt, bringt das steuerliche Vorteile, indem alle Kosten abgesetzt werden können. Aber es hängt viel Arbeit dran und es muss genau gerechnet werden und ein guter Verwalter mit im Boot sein.

eigenheim
Umschau

Eigenheim abgezahlt, oder doch nicht?

Marion und Frank Kaden erfüllten sich einen Traum. Die Rentner kauften sich eine Eigentumswohnung im Grünen. Das gesamte Ersparte steckt drin. Doch jetzt gibt es Probleme.

17.07.2012, 20:15 Uhr | 06:28 min

Zuletzt aktualisiert: 29. Januar 2013, 15:05 Uhr

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