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Leichter leben | 02.10.2012 | 17:00 Uhr : Wie steht es um Ihre Leber?

Die Begriffe "Fettleber" und "Hepatitis" kennt jeder. Doch was sie genau bedeuten, ist oft nicht bekannt. Dr. Dietz erklärt Ihnen, welche Lebererkrankungen sich dahinter verbergen, welche Symptome darauf hindeuten und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

Ein Teller mit gegrilltem Fleisch, Petersilie und Pommes Frites steht auf einem Tisch. Dahinter steht ein Glas Bier.

Die Leber ist das wichtigste Organ für den Stoffwechsel und die größte Drüse des menschlichen Körpers. Ihre Aufgaben sind vielseitig: Aufnahme, Umwandlung und Verwertung von Nahrungsbestandteilen, Abbau von Medikamenten und  giftigen Substanzen, Speichern von Energiereserven, Produktion von Enzymen und Enzym-Bausteinen. Alkohol macht der Leber zu schaffen, zu viel davon kann auf Dauer zu Schäden führen. Was nicht jeder weiß: Auch dauerhaft zu üppiges Essen führt nicht nur zu Hüftgold, sondern kann auch zu einer Fettleber führen.

Risiko Fettleber

Schätzungen zufolge sind 30 bis 40 Prozent der Bevölkerung in den westlichen Industrieländern von einer Fettleber betroffen. Bei etwa 50 Prozent dieser Fälle wird die Fettleber durch regelmäßigen zu hohen Alkoholkonsum verursacht. Darüber hinaus sind etwa 30 Prozent der Erwachsenen in Deutschland von Übergewicht  betroffen und weisen in der Mehrzahl eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Leberverfettung auf. Eine Verfettung der Leber ist eine häufige Lebererkrankung. Es kommt zu normalerweise rückbildbaren Fettablagerungen in den Leberzellen. Enthalten mehr als 50 Prozent der Leberzellen Fetttropfen in ihrem Inneren, so spricht man von einer Fettleber. Eine direkte medikamentöse Therapie gibt es in diesen Fällen nicht. Eine Änderung der Trink- und Essgewohnheiten ist der einzig Erfolg versprechende Weg. Die Rückbildung einer Fettleber zu einer unauffälligen, gesunden Leber ist möglich.

Leberentzündung - Hepatitis

Dr. Thomas Dietz, Facharzt für innere Krankheiten und "Hier ab vier"-Ratgeber, schaut lächelnd in die Kamera.
Dr. Thomas Dietz

Eine Hepatitis wird durch verschiedene Viren hervorgerufen, die die Medizin in die Erreger A bis E einteilt. Sie kann auch ohne Virus ausgelöst werden - diese Erkrankungen sind aber viel seltener. Die Hepatitis ist eine der meist verbreiteten Krankheiten der Welt. Einige Formen heilen spontan vollkommen aus, andere können in einen chronischen Verlauf mit Entwicklung einer Zirrhose übergehen und fordern weltweit jährlich Millionen von Opfern.

  • A und E - typische Reisemitbringsel

Der Anteil der "Reisehepatitis" lag in den letzten Jahren bei etwa 40 bis 50 Prozent aller in Deutschland gemeldeten Hepatitis-A-Fälle. Die eher harmlosen Formen der Leberentzündung - die Erreger A und E - werden meist aus Ländern mitgebracht, in denen die hygienischen Standards schlecht sind. Die Übertragung erfolgt durch verunreinigte Nahrungsmittel und verunreinigtes Wasser (oder Eiswürfel) und Salate.  "Cook it, peel it or forget it" (übersetzt: "Abkochen, schälen oder die Finger davon lassen!") - das strikte Einhalten dieser Regel kann das Infektionsrisiko erheblich herabsetzen. Das heißt: Ungekochte Nahrungsmittel und ungeschältes Obst sollten unbedingt vermieden werden. Obwohl Hepatitis der Formen A und E auch einen schweren Verlauf nehmen können, heilen sie in der Regel aus. Gegen Hepatitis A kann man sich durch eine entsprechende Impfung schützen.

  • Hepatitis B

Hepatitis B ist weltweit verbreitet. Schätzungen zufolge sind zwischen 300 und 420 Millionen Menschen chronisch mit dem Hepatitis-B-Virus infiziert, also fünf bis sieben Prozent der Weltbevölkerung. Besonders oft treten Hepatitis-B-Infektionen in Zentralafrika, Südostasien, Süd- und Osteuropa und im Pazifik auf. In Europa gibt es ein klares Krankheitsgefälle: Während in den skandinavischen Ländern weniger als 0,1 Prozent der Bevölkerung chronisch, also dauerhaft, mit dem Hepatitis-B-Virus infiziert sind, sind es in Ost- und Südeuropa fast acht Prozent. In Deutschland sind ca. 400.000 bis 500.000 Menschen chronisch mit dem Hepatitis-B-Virus infiziert.

Was bringt eine Impfung, was kostet sie?

Für Reisende, die in Gebieten mit erhöhtem Hepatitisrisiko unterwegs sind, empfiehlt sich neben der Einhaltung strikter Hygieneregeln eine Impfung gegen Hepatitis A und B. Hepatitis B ist seit 2007 eine Standard-Schutzimpfung. Sie wird von den Krankenkassen übernommen und wird jedem Neugeborenen und Jugendlichen angeboten. Der Impfschutz hält zehn Jahre, danach wird zu einer Auffrischimpfung geraten. Eine Hepatitis-A-Impfung ist in Deutschland nur für besondere Personenkreise eine Regelleistung der Krankenkassen. Ansonsten kostet diese dreimalige Impfung ca. 150 Euro, in Kombination A und B liegen die Kosten bei 180 Euro. Sie bietet sicheren Schutz und sollte nach zehn Jahren aufgefrischt werden.

Zuletzt aktualisiert: 07. Oktober 2013, 13:21 Uhr

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