Tipps gegen Tricks

Hier ab vier | 19.07.2012 | 17:00 Uhr : Wie wird man Polizeitaucher?

Kriminalhauptkommissarin Ilona Wessner bringt Kollegen mit ins Studio, die Spezialaufgaben haben: Polizeitaucher. Worum es sich dabei handelt und wie sie ausgebildet werden, berichten sie bei "Hier ab vier".

Polizeitaucher im Wasser

Fünf Polizeibeamte und zwei Polizeibeamtinnen verfügen im Land Sachsen-Anhalt über die Zusatzqualifikation eines Polizeitauchers. Wer Polizeitaucher werden möchte, der muss wissen, dass er sich einer physisch und psychisch höchst anspruchsvollen Tätigkeit ausgesetzt sieht.

Zusatzqualifikation dauert acht bis zehn Wochen

Um Polizeitaucher zu werden, muss man zunächst die Ausbildung oder das Studium zum Beamten im Polizeivollzugsdienst durchlaufen. Nach der Versetzung in die Technische Einsatzeinheit der Landesbereitschaftspolizei kann man sich - Eignung und Bedarf vorausgesetzt - zum Dienst in der Tauchergruppe bewerben. Wer das geschafft hat, fängt anschließend die Spezialausbildung zum Polizeitaucher an. Diese dauert dann ca. acht bis zehn Wochen.

15 bis 20 Taucheinsätze pro Jahr

Die Bediensteten der Tauchergruppe nehmen auch andere polizeiliche Vollzugs- und Einsatzaufgaben in der Landesbereitschaftspolizei wahr. Diese sind z.B. der Einsatz bei Demonstrationen, Fußballspielen, Castortransporten und die Kontrolle des gewerblichen Güterverkehrs auf der Straße. Im Jahr haben die Polizeitaucher unseres Bundeslandes, die organisatorisch der Technischen Einsatzeinheit der Bereitschaftspolizei in Magdeburg angegliedert sind, ca. 15 bis 20 Taucheinsätze.

Einsatzbereiche der Polizeitauchergruppe

  • Suchen und Bergen von Beweismitteln wie Tresore, Tatwaffen, Pkw, Motorräder, Fahrräder oder sonstige Gegenstände
  • Suchen und Bergen von Leichen und Leichenteilen
  • Durchführen der Spurendokumentation oder Spurensicherung unter Wasser
  • Mitwirken bei Umweltschutzmaßnahmen
  • Absuchen von Gewässern im Rahmen der Gefahrenvorsorge
  • Mitwirken beim Überprüfen von Wasserfahrzeugen, Schleusen, Schiffsanlegestellen oder Fährstellen
  • Durchführen von Absperrmaßnahmen im Wasser
  • Unterstützen bei Unfällen, Schadenslagen, Katastrophen
  • Retten von Menschen

Was gehört zur Tauchergruppe?

Zur Tauchergruppe gehören das Einsatzfahrzeug (kurz: TauchKW), welches die gesamte Ausrüstungstechnik beherbergt, ein Lkw mit Schlauchboot, ein Personentransportwagen sowie ein Krankentransportwagen. Denn: wenn Taucher im Einsatz sind, dann nur im Beisein eines speziell ausgebildeten Rettungssanitäters.

Zuletzt aktualisiert: 25. September 2013, 15:01 Uhr

Ilona Wessner am Experten-Telefon: 01802 - 151517

6 Cent/Anruf aus dem deutschen Festnetz, ggf. abweichende Mobilfunkpreise

(Donnerstag, den 19. Juli von 16.30 - 17.45 Uhr)

© 2014 MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK