Hier ab vier | 20.08.2012 | 17:00 Uhr : Zeichen der Höflichkeit
Schüttelt man heute noch jemand die Hand, wenn man ihn auf der Straße trifft? Sollte das Handy im Restaurant ausgeschalten werden? Und wie isst man einen Döner? Nandine Meyden verrät, wie Sie sich hier richtig verhalten!
Ist Händeschütteln noch zeitgemäß?
Oliver Priemer liebt es, nach einem anstrengenden Arbeitstag bei einem ausgiebigen Spaziergang im Park zu entspannen. Wo sonst ließe sich besser Kraft tanken?! Umso schöner, wenn Priemer bei seinen Steifzügen auch noch Bekannten begegnet, so wie heute. Selbstverständlich will der Spaziergänger sein Gegenüber per Handschlag begrüßen. Doch damit steht er ganz alleine da - ein Unding für Priemer! Aber ist es tatsächlich unhöflich, bei der Begrüßung auf das Händeschütteln zu verzichten?
Antwort:
Nein, das muss nicht unhöflich sein. In vielen Situationen will man ja auch gar nicht verweilen und miteinander sprechen, sondern eben nur kurz höflich grüßen. Da ist dann ein Handschlag eher unüblich. Wer zu Besuch kommt, sei es privat oder bei einem beruflichen Termin, der ist den Handschlag eher gewohnt, doch nur so im Vorbeigehen - das muss wirklich nicht sein.
Handy ausschalten beim Date?
Arthur Reimann ist aufgeregt, denn er wird seine neue Freundin heute zum Essen ausführen! Keine Frage, dass er mit einem perfekten Auftritt glänzen will. Und deswegen schaltet er noch vor dem Eintreffen im Restaurant sein Handy aus, schließlich soll der Abend ohne ungebetene Störungen ablaufen. Reimanns Freundin sieht die Sache etwas anders: Kaum haben die beiden nämlich Platz genommen, positioniert sie das Mobiltelefon mitten auf dem Tisch. Ständige Erreichbarkeit sei schließlich alles! Reimann passt dieses Verhalten gar nicht. Er würde seine Freundin gern bitten, das Telefon wegzustecken oder es am liebsten sogar ganz auszuschalten. Aber geht das?
Antwort:
Warum sollte er das nicht sagen können? Er schenkt ihr die volle Aufmerksamkeit und möchte auch ihre - das ist ganz natürlich. Gerade bei frisch Verliebten sollte das eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Wer sein Handy anlassen muss, zum Beispiel aus beruflichen Gründen, der sollte das ankündigen. Doch selbst dann gehört das Gerät nicht mitten auf den Tisch. Herr Reimann muss einfach schauen, ob beide wirklich die gleichen Werte vertreten.
Döner-Knigge
Der Döner ist aus der deutschen Esskultur nicht mehr wegzudenken. An jeder Ecke lockt der Duft der rotierenden Fleischspieße. Zubereitet ist er schnell: Fleisch, Rotkraut, Weißkraut, Gurken, Tomaten, Schafskäse, Zwiebeln - und obendrauf eine leckere Soße. Alles landet letztendlich in einem knusprigen Fladenbrot. Doch passen so viele Zutaten auf einmal in den Mund? Gehört das Kleckern beim Döner-Essen einfach dazu? Oder isst man ihn mit Messer und Gabel?
Antwort:
Wer Döner im Restaurant selbst bestellt, der bekommt alle Zutaten auf einem Teller serviert, dazu dann Brot als Beilage gereicht. Logisch, dass man hier mit dem Besteck isst. Wer nur an einem Stehtisch einen Imbiss zu sich nimmt, der erhält seine Zutaten im Brot. Hier kann man nicht mit Messer und Gabel essen, es gilt also herzhaft hineinzubeißen. Wer über dem Tisch isst, vielleicht eine Serviette darunter hält oder legt, der wird weder sich noch den Tisch oder Boden bekleckern. Dennoch ist es nicht so einfach, so einen Döner so zu essen, dass nichts von den Zutaten herausrutscht ...
Literaturtipp
Meyden, Nandine: Lexikon der Benimmirrtümer. Populäre Fettnäpfchen und wie man sie umgeht. Ullstein-Verlag, ISBN-10: 3548372872, ISBN-13: 978-3548372877
Viele Fragen aus den Sendungen sind hier gesammelt, ausführlich beantwortet und erklärt. Mehr als 150 Benimm-Irrtümern hat sich die Autorin gewidmet. Doch auch vieles, was wir nicht besprechen konnten, da es zu lang für die Sendung gewesen wäre, können Sie dort nachlesen.
Nandine Meyden am Expertentelefon: 01802 151517
6 Cent/Anruf aus dem deutschen Festnetz, max. 42 Cent aus dem Mobilfunknetz
(Montag, 20. August, 16.30 - 17.45 Uhr)
