natürlich gesund
Gefahren des Piercings
Sendung vom 09.09.2003
Piercings liegen zweifellos im Trend, denn egal ob Bauchnabel, Augenbraue oder Lippe: Der Körperschmuck hat Kultstatus.
Gefahren des Piercings
- Infektionen mit Bakterien, Pilzen
- Lokale Infektionen bzw. Entzündungen in 20% der Fälle (Schätzung, die Dunkelziffer ist hoch)
- Nickelallergie inzwischen bei 20% der Piercingträger
- Allergieerscheinungen (z.B. Augenreizungen) auch an Körperteilen, die nicht unmittelbaren Kontakt zum Piercingobjekt haben
- Lange Einheilungszeit von 6-12 Monaten bei Nabel- und Intim-Piercings
- Lange anhaltende Gefühlsstörungen im Bereich der Hautverletzungen
- Verschleppen von schädlichen Stoffen mit dem Blut mit Spätfolgen, die oft nach Jahren erst auftreten und mit der eigentlichen Ursache nicht mehr in Verbindung gebracht werden.
- Verunreinigungen und toxische Belastungen mit anderen Stoffen (alle, die auf der Haut möglich sind)
- Hepatitis A, B, C- und HIV-Infektion
- Ausbildung von Resistenzen gegen bestimmte gefährliche Bakterienarten durch notwendige Antibiotika-Behandlung bei Eiterungen
- Unnötige Förderung der Allergiebildung auch auf andere Stoffe
- Narbenwucherungen
- Knorpelnekrose mit irreparablem Gewebsuntergang (Ohrmuschel, Nasenflügel)
- Nervenschädigungen oft erst Jahre nach dem ersten Eingriff (schon recht früh bei Durchstechen der Augenlider)
- Jeder 10. Piercingkunde muss wegen der Folgen einen Arzt aufsuchen
- Soziales Risiko: Isolierung, Schwierigkeiten bei der Jobsuche, Ausschluss von bestimmten Berufen je nach Ort des Piercings.
Nicht zu unterschätzendes Risiko
Es handelt sich in jedem Fall um eine Körperverletzung, wenn auch mit mündlicher oder durch seinen Wunsch erkennbarer Einwilligung des Kunden, ohne aber fachkundig auf die Risiken hingewiesen worden zu sein. Daher ist ein Piercing durch Ärzte problematisch, da es dem Berufsethos, primär nicht zu schaden ("primum nil nocere"), sondern die Integrität des Körpers zu achten, widerspricht.
Für viele besorgte Menschen in Gesundheitsberufen handelt es sich beim Piercen um einen "Lifestyle-Eingriff mit Körperverstümmelung". Die Kontrolle der Piercing-Studios obliegt den Gesundheitsämtern. Ob aber immer geprüft werden kann, ob das Studio bei Minderjährigen sich das Einverständnis der Eltern einholt, bleibt dahingestellt.
Behandlung
- bei Allergien Versuch mit Hyposensibilisierung nach genauer Testung beim Allergologen
- synthetische Antiallergika zur Linderung der Allgemeinsymptome und des ggf. ausgelösten Asthmas etc
- Eigenblutinjektionen, um die Sensibilisierung zu reduzieren
- Naturheilverfahren sind hierbei problematisch, weil es sich um unberechenbare Phänomene mit oft weitreichenden Folgen oft an Stellen, die man nicht damit in Zusammenhang bringt, handelt
- Antibiotika als Tabletten (also sogenannte systemische Gabe) und /oder lokal von außen (nicht so sicher!)
- Antiseptika, z.B. Betaisodona (jodhaltig) nur bei leichten Befunden
- Entfernen des betreffenden Teils, eventuell auch aller anderen
- Möglicherweise tiefer chirurgischer Einschnitt wegen Durchsetzungen der Haut mit kleinsten Eiterherden oder Fisteln (besonders im Analbereich)
Zuletzt aktualisiert: 09. September 2003, 14:07 Uhr
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Woran merkt man, dass das Piercing oder der normal getragene Modeschmuck problematisch werden könnte?
Schwellung, Rötung, Juckreiz, Druckschmerz, Spontanschmerz ohne äußeren Auslöser, Blutung (besonders an der Zunge oder Lippe), Hüsteln bis hin zur Luftnot, Schluckbeschwerden
