Mit Rat & Tat | MDR FERNSEHEN | 09.02.2010 | 17:15 Uhr
Pflegekräfte aus Osteuropa: Günstig, aber meist illegal
Wie findet man für pflegebedürftige Angehörige eine gute und bezahlbare Versorgung zu Hause? Woher bekommt man die Pflegekräfte? Hier greift so mancher Betroffene auf Haushaltshilfen aus Osteuropa zurück. Leider oft mit bösen Folgen.

Pflegedienste kosten in Deutschland leicht 4.000 Euro im Monat. Bei intensiver Betreuung kann es sogar noch wesentlich teurer werden. Geld, das auch Renate G. nicht hatte. Deshalb engagierte sie für ihren gebrechlichen Mann ungarische Pflegerinnen; für vergleichsweise günstige 1.200 Euro im Monat. Renate G. wusste, dass osteuropäische Helferinnen meist am Rande der Legalität arbeiten. Deswegen überraschte sie es wenig, als sich eines Tages die "Finanzkontrolle Schwarzarbeit" bei ihr meldete. Sie solle ein Bußgeld wegen illegaler Beschäftigung von Ausländern zahlen.
Erlaubt sind nur 38,5 Stunden
Schätzungsweise 100.000 Frauen aus Osteuropa betreuen in Deutschland pflegebedürftige Menschen in ihrem gewohnten Zuhause. Für die Behörden ist das meist illegal. Und dennoch: Das Urteil gegen Renate G. ist noch nicht rechtskräftig. Deswegen ist auch nach wie vor die Rechtslage für die Betroffenen vollkommen ungewiss. Die Behörden erkennen im Moment nur Haushaltshilfen an, die über die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Arbeitsagentur kommen. Allerdings dürfen sie dann wöchentlich nur 38,5 Stunden im Haushalt helfen und keinesfalls pflegen. Doch genau darum geht es den Betroffenen. Sie bleiben also mit ihrem Problem allein.
Zuletzt aktualisiert: 09. Februar 2010, 11:44 Uhr
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