Armut ist weiblich

Rund 56% der Sozialhilfeempfänger allein in Sachsen sind Frauen. Rund jedes 7. Kind lebt heute bereits unter der Armutsgrenze. Meist sind die Mütter alleinerziehend und sehen sich neben den Geldsorgen unzähligen seelischen Problemen gegenüber. Nur jeder dritte unterhaltspflichtige Vater zahlt regelmäßig und in vorgeschriebener Höhe, ein weiteres Drittel unregelmäßig, ein Drittel überhaupt nicht. Es gibt aber auch nicht wenig Frauen, die aus Angst vor Armut in einer belastenden Beziehung ausharren. Sie lassen sich erpressen und wissen zudem häufig nicht, welche Rechte sie im Falle einer Scheidung hätten

Psychologische Ratschläge

Das Geldproblem, mit dem sich viele Frauen herumschlagen, hat oft tiefliegende Gründe, denn in Gelddingen handeln wir nach Mustern, die bereits in der Kindheit festgelegt wurden.



Fragen, die weiterhelfen, das eigene Muster zu erkennen

Welche Regeln gab es in meiner Familie im Umgang mit Geld?
Wer hat bei uns zu Hause das Geld verwaltet?
War Geld ein Geheimnis oder wurde offen darüber gesprochen?
Ab wann hatte ich eigenes Geld zur Verfügung?
Wofür bekam ich als Kind Geld?



Was Frauen im Umgang mit Geld falsch machen

In der Partnerschaft wird zu wenig über Geld gesprochen, dadurch fehlt eine Fülle an Informationen.
Besser: Erkundigen Sie sich rechtzeitig, was Ihr Mann verdient, was Ihnen davon zusteht, welche finanziellen Rechte Sie haben.

Frauen lehnen klare vertragliche Regelungen bei Eheschließung oft ab, weil sich Verträge für sie nicht mit Liebe vereinbaren lassen.
Besser: Besprechen Sie mit einem Rechtsanwalt, welche Regelung, z.B. Gütertrennung, Zugewinngemeinschaft o.a., für Sie am günstigsten ist.

Viele Frauen bürgen für ihren Partner und unterschreiben für ihn Kreditkartenverträge.
Besser: Setzen Sie nur Geld ein bzw. bürgen Sie nur für eine Summe, die Sie auch tatsächlich zur Verfügung haben.

Viele Frauen lassen sich im Falle einer Trennung von ihrem Mann unter Druck setzen, z.B. „Wenn Du gehst, kriegst Du nichts“ und bleiben deshalb in der Beziehung.
Besser: Informieren Sie sich bei der öffentlichen Rechtsberatung in Ihrer Stadt über die Rechte, die Sie haben, bevor Sie sich auf eine Diskussion mit Ihrem Mann einlassen. Wissen gibt Sicherheit.

Viele Frauen schämen sich bei der Sozialbehörde bzw. Arbeitsamt einzufordern, was ihnen zusteht.
Besser: Sie haben ein Recht auf ganz individuelle Beratung und Unterstützung bei der Sozialbehörde. Nutzen Sie diesen Service. Machen Sie sich vorher eine Liste von Fragen, die Sie beantwortet haben wollen. Nehmen Sie zu diesem Gespräch jemanden mit, der die wichtigsten Informationen aufschreibt.

Viele Frauen neigen dazu, ihre Probleme allein lösen zu wollen.
Besser: Suchen Sie sich eine Gruppe gleichgesinnter Frauen, eine Selbsthilfegruppe, z.B. alleinerziehende Mütter oder Frauen in Trennung, und profitieren Sie von deren Wissen.

erstellt am: 26.10.2000


Kontaktadressen

Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Jugend und Eheberatung (DAJEB) Neumarkterstr. 84c, 81673 München, Telefon: 089-4361091

Intakte Elterngemeinschaft trotz Ehescheidung (IETE) Germersheimerstr. 26, 81541 München, Telefon: 089-496411

TRIALOG von-Vincke-Str. 6, 48143 Münster, Telefon: 0251-511414

Pro Familia Bundesverband, Telefon: 069-639002

FORTE e.V. Frauen ohne Recht nach Trennung und Ehe (kostenlose Rechtsberatung), Seesener Str. 23, 10711 Berlin, Telefon: 030-8927892

Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung e.V. Vermittlung von nicht gewerblichen Schuldnerberatungsstellen, Wilhelmstr. 11, 34117 Kassel, Telefon: 0561-771093




Literaturtipps

Bodo Schäfer, Carola Ferstl: Geld tut Frauen richtig gut; So managen Sie Ihre Finanzen selbst und sind dabei viel erfolgreicher als die meisten Männer; mvg-Verlag 1999; ISBN 3-478-726-409
Ruth Lerche: Warum Frauen weniger Geld haben und was sie dagegen tun können; Kreuz-Verlag 1999; ISBN 3-268-002-439



Zuletzt aktualisiert: 25. April 2002, 19:55 Uhr

 

 
 
 
 
 
 

© 2010 MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK