Gäste zum Kaffee

Gäste zum Kaffee | 26.10.2012 | 16:30 Uhr : Uschi Glas: Das "Schätzchen" ist erwachsen geworden

Seit mehr als vier Jahrzehnten ist Uschi Glas aus der Fernsehlandschaft nicht mehr wegzudenken. In unzähligen Fernsehfilmen und Serien hat sie sich als "Quotenqueen" erwiesen. Ein Herzensanliegen ist der Münchnerin ihr Verein "BrotZeit". Bei "Hier ab vier" spricht sie über dieses Sozialprojekt und erzählt aus ihrem bewegten Leben.

Uschi Glas ist Deutschlands "Vorzeige-Schätzchen": Mit einem pikant-frechen Strip im Kultstreifen "Zur Sache, Schätzchen" wurde sie 1968 zum Star. Aber sie schaffte es, von der Jungdarstellerin zur ernsthaften Mimin zu reifen. Jahrelang galt sie als Serien-Quotenqueen und auch private Querelen konnten ihrem Ruf nicht schaden, denn mit 68 ist Uschi Glas entspannter denn je! Ein Herzensanliegen ist der Münchnerin ihr Verein "BrotZeit". Mit tatkräftiger Unterstützung von Senioren versorgt der Verein Münchner Grundschulkinder, die ohne Frühstück und Pausenbrot in die Schule kommen und Hunger leiden.

Von "Apanatshi" zum "Schätzchen" der Nation

Eigentlich wollte Uschi Glas Architektin werden, entdeckte aber bald ihre Liebe zum Kinofilm. 1965 schlug ihre Stunde, als sie eine kleine Rolle in dem Edgar-Wallace-Krimi "Der unheimliche Mönch" ergatterte. Danach ging es Schlag auf Schlag: Uschi Glas nahm Schauspielunterricht, bekam schon ein Jahr später ihre erste Hauptrolle als "Halbblut Apanatschi" und schaffte 1968 ihren großen Durchbruch als "Barbara" im Kultstreifen "Zur Sache, Schätzchen".

Ob Komödie oder Krimi-Serie - Uschi Glas ist wandelbar, aber immer unverwechselbar. Oftmals war sie die Filmpartnerin von Roy Black und begeisterte in zahlreichen beliebten TV-Serien ein Millionenpublikum:

  • "Zwei Münchner in Hamburg" (1989-1993) an der Seite von Elmar Wepper
  • "Anna Maria – Eine Frau geht ihren Weg" (1994-1997), an der Seite von Christian Kohlund
  • "Tierärztin Christine" (1993-1998) an der Seite von Horst Janson

Die Münchnerin hat aber mehr drauf, als bloß vor der Kamera zu stehen: Die Idee zu "Anna Maria" stammt von Uschi Glas selbst, für "Tierärztin Christine" schrieb sie auch das Drehbuch.

"Das Schöne am Älterwerden ist die Gelassenheit, die zu einem ständigen Begleiter geworden ist."

Uschi Glas zur Zeitschrift BUNTE

Benefiz statt Jugendwahn

Die 68-Jährige hat nicht nur ein Faible für die Kamera, sondern auch für das Theater, steht seit den späten 1960er-Jahren regelmäßig auf der Bühne. Und sie griff zur Feder: 2004 veröffentlichte Uschi Glas ihre Biografie "Mit einem Lächeln". Neben unzähligen Engagements im künstlerischen Bereich ist sie seit Jahren in der Benefizarbeit tätig, engagiert sich für Kinderrechte, den Tierschutz, unterstützt die Deutsche Knochenmarkspenderdatei, ist Schirmherrin der Deutschen Hospiz Stiftung.

Uschi Glas wurde mehrfach für ihre Leistungen ausgezeichnet, unter anderem mit der Goldenen Kamera, dem Bambi und dem Goldenen Gong. Im Jahr 1992 erhielt die Schauspielerin zudem den Bayerischen Verdienstorden und wurde 1998 mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Im selben Jahr bekam sie das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst. Aber all das ist Uschi Glas weniger wichtig als ihr soziales Engagement, zum Beispiel in ihrem Verein "BrotZeit".

Zuletzt aktualisiert: 04. Dezember 2012, 15:09 Uhr

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