Gäste zum Kaffee

Gäste zum Kaffee | 23.02.2012 | 16:30 Uhr : Alexander G. Schäfer: Vorhang auf für meinen Vater!

Cover des Buches "Vorhang auf"
Buchcover "Vorhang auf: Gerd E. Schäfer"

Gerhard Kurt Egilhard Schäfer wurde am 14. Juli 1923 in Berlin-Neukölln geboren. Bald verschwand das Kurt in seinem Namen, aus Egilhard wurde einfach nur "E.". Gerd E. Schäfer wechselte 1969 vom Kabarett zum Schauspielensemble des DDR-Fernsehens und wurde neben Herbert Köfer, Helga Hahnemann oder Rolf Herricht zum Star. "Viel Wortwitz, etwas Klamotte, und ganz viel Können." – so beschreibt Sohn Alexander G. Schäfer seinen Vater, der einem breiteren Publikum als Figur Maxe Baumann und als Moderator des "Wunschbriefkastens" bekannt wurde. "Lustig war er gewesen", erinnert sich der Sohnemann - "voller Eigenarten, meistens mit Witz und Charme, eine Knallcharge de luxe – und dennoch eigentlich ein ernsthafter Mensch."

"Seine Stimme war sein Markenzeichen: fein näselnd und im Rachen knarzend. Für Heldenrollen ungeeignet. Eher für Bösewichte. Noch viel eher für komische Bösewichte."

Reinhard Wengierek in DIE WELT, 29.09.2001

Alexander G. Schäfer
Alexander G. Schäfer

Was "Verstehen Sie Spaß" später perfektionierte, war im DDR-Fernsehen damals noch revolutionär, weil neu: Der Straßenbahnfahrer, der auf offener Strecke einfach aussteigt, weil seine Ablösung nicht gekommen ist. Die Folge: Empörte Menschen, die dem Fahrer an den Kragen wollen. Erst der Hinweis auf eine versteckte Kamera beendet den Tumult. Es sind solche Szenen, die das Buch des Sohnes stöbernswert machen. Und es sind die kleinen Anekdoten, der Blick hinter die Kulissen. Schäfer deckt auf, dass Heinz Quermann seinen Vater nicht leiden konnte (und umgekehrt), und dass Quermann den Kollegen Schäfer bei Proben sogar ins offene Messer laufen ließ. Schäfer bezeichnete Quermann später als "Giftzwerg" – damit war jegliche Zusammenarbeit beendet. Gerd E. Schäfer starb am 20. September 2001 im Alter von 78 Jahren in Berlin.

Zuletzt aktualisiert: 22. Februar 2012, 13:30 Uhr

Buchtipp

Alexander G. Schäfer: "Vorhang auf: Gerd E. Schäfer", Eulenspiegel-Verlag, 224 Seiten

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