Gäste zum Kaffee | 22.08.2012 | 16:30 Uhr : Tyron Ricketts - ein Mann zwischen den Welten
Er ist Schauspieler, Moderator und Musiker: Tyron Ricketts. "Weltenreiter" heißt das Album, mit dem sich der 39-Jährige nach zehn Jahren als Solokünstler zurückmeldet - mit Liedern inspiriert durch eine Weltreise. Die Auskopplung "Neustart" ist dem verstorbenen Günther Kaufmann gewidmet, der im Musikclip als verschollener Vater des Protagonisten zu sehen ist.
Der Vater Jamaikaner, die Mutter Österreicherin - Tyron Ricketts ist ein Reisender durch die Welten. Das Leben zwischen den Kulturen und die Suche nach den Wurzeln sind zentrale Themen in seiner Arbeit. Sich gegen Rassismus zu engagieren, ist ihm eine Herzensangelegenheit. Der 39-Jährige bezeichnet sich selbst als "Afro-Deutscher". In der von seinem jüngst erschienenen Album "Weltenreiter" stammenden Single-Auskopplung "Neustart", verarbeitet er zudem ein sehr persönliches Thema: Nach der Scheidung seiner Eltern hat er seinen Vater mehr als zehn Jahre nicht gesehen.
Parallelen dazu gab es 2008 in einem Teil von SOKO Leipzig, in dem Tyron Ricketts als Ermittler Patrick Diego Grimm zu sehen ist. "Verloren in Afrika" heißt der 90-Minüter, der in Namibia entstanden ist und in dem Günther Kaufmann seinen verschollenen Vater mimt. Ricketts hat selber an dem Drehbuch mitgeschrieben, autobiografische Elemente einfließen lassen. Während der Dreharbeiten sind die beiden gute Freunde geworden. Ausschnitte aus dem gemeinsamen Filmprodukt sind in Ricketts Musikclip "Neustart" zu sehen, dass der Sänger nun dem verstorbenen Schauspieler gewidmet hat.
Sechsmonatige Auszeit - auf Weltreise
2009 hat Ricketts, der in der Vergangenheit auch für Kinohits wie "Kanak Attack" und "Knockin' on Heavens Door" vor der Kamera stand, den SOKO-Ermittler Patrick Diego Grimm an den Nagel gehangen. Es war Zeit für was Neues, um den Blick wieder für andere Dinge zu öffnen. Dreieinhalb Jahre hatte Ricketts für die Krimiserie vor der Kamera gestanden. "Als dann nach ungefähr sechs Wochen der ganze Druck von mir abgefallen war und ich zum ersten mal nach langer Zeit wieder ein intensiveres Freiheitsgefühl hatte, kam dann auch die Muse zurück", erklärt der 1973 geborene Sänger, der 1986 seine erste Band hatte und zehn Jahre später die erste Platte veröffentlicht hatte.
In musikalischen Projekten wie " Brother Keepers" und "Mellowbag" hat Ricketts mitgewirkt und war zudem mehrfach als Moderator zu sehen und zu hören. Beim Musiksender "Viva" hat er fünf Jahre durch das Hip Hop- und Rap-Magazin "Wordcup" geführt. "Weltenreiter" ist nach zehn Jahren das Werk, mit dem sich Ricketts als Solokünstler zurückmeldet - inspiriert durch die Erfahrungen, die er auf seiner sechsmonatigen Weltreise gesammelt hat. Neben dem Album gibt es ein Buch, in dem er gemeinsam mit Blurb die Reise durch Texte und Bilder dokumentiert hat und so weitere Einblicke gibt.
