Gäste zum Kaffee

Gäste zum Kaffee | 11.08.2011 | 16:30 Uhr : "Ich sehe für den Ernstfall schwarz"

Wie gut ist Deutschland bei Katastrophen wie Terrorakten, Atomkatastrophen oder Hochwasser gerüstet? Wie kann sich der Einzelne gegen bestimmte Notlagen wappnen? Katastrophenforscher Prof. Wolf Dombrowsky hat Antworten und zeigt am praktischen Beispiel, was eine Familie in Notsituationen parat haben sollte, um sich eine Zeit lang selbst versorgen zu können. Ob Fukushima, Hochwasser in Sachsen oder der 9. September am Ground Zero – Prof. Dombrowsky erklärt an Beispielen, was zu tun ist, wenn das eintrifft, womit niemand rechnet.

Forderung nach bundeseinheitlichem Katastrophenschutz

Wolf Dombrowsky
Wolf Dombrowsky

Der in Thum im Erzgebirge geborgene Soziologe ist seit 2002 Leiter der Katastrophenforschungsstelle an der Universität Kiel und forscht zu Katastrophen unterschiedlichster Art. 1988 promovierte er an der Universität Bielefeld mit dem Thema "Katastrophe und Katastrophenschutz".

Sein Job: Gefahren für die Allgemeinheit erkennen, abwehren, beziehungsweise die Folgen lindern. Dazu gehört die Beratung für die im Katastrophenschutz mitwirkenden Organisationen, Behörden und Ministerien, der Polizei und der Bundeswehr.

Bei den Deutschen vermisst er elementares Gefahrenwissen und fordert einen bundeseinheitlichen Katastrophenschutz. "Ab 500 Schwerstverletzten ist der Katastrophenschutz in Deutschland eine Katastrophe", kritisiert Wolf Dombrowsky. "Weil die Verantwortlichen den GAU als vollkommen irreal aus ihren Köpfen gestrichen haben, bereitet sich auch niemand ernsthaft darauf vor", so der Wissenschaftler im "Spiegel".

"Ich habe erhebliche Zweifel, ob das bestehende Krisenmanagement im Ernstfall auch nur ansatzweise funktionieren würde."

Wolf Dombrowsky
Focus, 28.03.2011

"Wenn nicht schleunigst realitätsnahe Konzepte erarbeitet werden, sehe ich für den Ernstfall schwarz", so Dombrowsky. Was sich seiner Meinung nach in Deutschland verändern muss, erklärt er bei "Hier ab vier".

Zuletzt aktualisiert: 11. August 2011, 16:31 Uhr

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