Thomas Rühmann
Der Zufall führte Regie, als Thomas Rühmann (Jahrgang '55) Schauspieler wurde. Als Theateramateur übernahm er kurzfristig eine Rolle an einer Leipziger Studentenbühne. Es folgte eine dreijährige Ausbildung an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch". Schon während des Studiums spielte er am Berliner Ensemble und am "Theater im Palast". 1982 nahm Thomas Rühmann ein Engagement am Berliner Maxim-Gorki-Theater an, wo er zwölf Jahre auf der Bühne stand. Er gastierte u.a. am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin und am Cottbuser Staatstheater.
Fürs Theater entflammt
Seine erste Rolle vor der Kamera hatte er 1982 im Fernsehfilm "Martin Luther". Seit 1995 arbeitet Rühmann freischaffend, vor allem fürs Fernsehen und war dort unter anderem zu sehen in "Stubbe und das Kind", "Post Mortem", in "Polizeiruf 110", "Tatort", "Einsteins Baby" , "Plötzlich Millionär" sowie verschiedenen Serien, wie "Unser Charly", "Freunde fürs Leben", "Für alle Fälle Stephanie". Seit 1998 spielt er in der MDR-Produktion "In aller Freundschaft" die Rolle des Dr. Roland Heilmann. Für seine Darstellung wurde er 2002 mit dem Goldenen Wuschel ausgezeichnet. Gemeinsam mit dem Akkordeonisten Tobias Morgenstern betreibt Thomas Rühmann seit 1998 das "Theater am Rand" in Zollbrücke im Oderbruch.
Die fruchtbare Zusammenarbeit beider Künstler begann 1994 am Gorki Theater mit der Erarbeitung der szenisch-musikalischen Lesung "Die Entdeckung der Langsamkeit". Es folgte 1998 "Accordion Mystery" - ein Theaterabend nach dem Roman "Das grüne Akkordeon" von Annie Proulx und im Jahre 2001 "Seide" von Alessandro Baricco. Weitere Bearbeitungen: "Im Spinnhaus" von Kerstin Hensel, "Mitten in Amerika" von Annie Proulx, "Siddhartha - Wege zum Fluß" von Hermann Hesse. Zum Repertoire Thomas Rühmanns gehört außerdem eine Lesung aus "Der Alchimist" von Paolo Coelho, musikalisch begleitet von der Schauspielerin und Percussionistin Gislèn Engelmann. "Schneefrühling" heißt ein weiterer Abend mit seinem Bruder Martin Rühmann. Gemeinsam unternehmen sie einen Ausflug in die eigene Kindheit, lesen und singen Geschichten sowie Lieder von Erwin Strittmatter, Martin Rühmann und Gerhard Gundermann. Jüngste Produktion ist "Young". Ein Abend mit dem "Buch der von Neil Young Getöteten" von Navid Kermani und den Songs von Neil Young unter Mitwirkung des Gitarristen Rainer Rohloff.

