Rollen & Darsteller

Rolf Becker

Rolf Becker ist Otto Stein

Rolf Becker, 1935 in Leipzig geboren und in Schleswig-Holstein aufgewachsen, studierte nach seinem Abitur Schauspiel an der Otto-Falkenberg-Schule in München. Sein Bühnendebüt gab er 1957 an den Münchner Kammerspielen in "Die Affäre Dreyfus". Engagements u.a. in Darmstadt, Ulm, Bremen folgten. Seit 1971 ist er künstlerisch in Hamburg zu Hause.

Beeindruckende Fernsehkarriere

Anfang der sechziger Jahre wurde der Mann mit den markanten Gesichtszügen einem breiten Fernsehpublikum bekannt. Er spielte in großen Theater- und Literaturverfilmungen mit u.a. als Pilot Officer in "Bratkartoffeln inbegriffen" nach Arnold Wesker (1966), als Johannes in der Böll-Adaption "Nicht nur zur Weihnachtszeit" (1969), in "Erziehung durch Dienstmädchen" nach Robert Wolfgang Schnell (1975), in der vierteiligen Wallenstein-Verfilmung nach Golo Mann (Regisseur Franz Peter Wirth), in den achtziger Jahren als Herzog von Oranien in Goethes "Egmont", als Bernd von Vitzewitz in dem Sechsteiler "Vor dem Sturm" nach Theodor Fontane und als Alba in Schillers "Don Carlos", die alle Franz Peter Wirth inszenierte.

Hinzu kommen zahlreiche Rollen in Serien wie der legendären Trenk-Serie (1971), in "Engels und Consorten" (1986) und dem Fünfteiler "Alles paletti" (1988/89). Filme wie "Gesche Gottfried" (1978, Regisseur Karl Fruchtmann), Krzysztof Zanussis "Versuchung" (1982) oder "Zerbrochene Brücken", das Porträt von Lily Braun, gehören ebenso zu seiner beeindruckenden TV-Vita. Hinzu kommen zahlreiche Gastauftritte in fast allen deutschen Krimi-Serien wie "Derrick", "Der Alte", "Tatort", "Ein Fall für zwei", "SoKo", "Der Bulle von Tölz", "Großstadtrevier", "Küstenwache", "Polizeiruf 110", "Notruf Hafenkante" und vielen anderen TV-Produktionen. In den neunziger Jahren war er in Serien ("Leo und Charlotte", "Freunde fürs Leben") ebenso zu sehen wie in Thrillern. In jüngster Zeit war Becker in Fernsehspielen wie "Zugvögel der Liebe" (2001), "Inga Lindström - Wind über den Schären" (2004), Christian Görlitzs "Mutterglück" (2005) und Matti Geschonnecks "Die Nachrichten" (2005) auf dem Bildschirm zu sehen.

Zu den Kinofilmen des Wahl-Hamburgers gehören Edgar Reitz' "Cadillac" (1968) und "Ich liebe Dich, ich töte Dich". Unter der Regie von Volker Schlöndorff spielte er 1976 den Staatsanwalt in der Böll-Verfilmung "Die verlorene Ehre der Katharina Blum".

1999 stand Rolf Becker mit seinem Sohn Ben in Rolf Schübels Spielfilm "Gloomy Sunday - Ein Lied von Liebe und Tod" vor der Kamera. 2001 spielten er und seine Tochter Meret bei Klaus Gietinger in "Heinrich der Säger" auch im Film Vater und Tochter.

Politisches und soziales Engagement

Rolf Becker nutzt seine Popularität, um auf politische und soziale Missstände hinzuweisen oder um sich für Projekte zu engagieren und diesen einen Raum in der Öffentlichkeit zu bieten. So protestiert er z.B. 1999 gegen den Krieg im Kosovo, besucht regelmäßig den inhaftierten Christian Klar und unterstützt ein Gnadengesuch des ehemaligen RAF-Mitglieds. Rolf Becker vertritt dabei oft nicht die Meinung einer breiten Masse der Öffentlichkeit und er scheut sich auch nicht vor Auseinandersetzungen.

Zum Beispiel unterstützt Rolf Becker die Freilassung des zum Tode verurteilten afroamerikanischen Journalisten Mumia Abu-Jamal, er liest seit 2008 in verschiedenen Städten das "Manifest der kommunistischen Partei" vor und erinnerte am Jahrestag an die Bücherverbrennung 1933 in Deutschland. Während einer Lesung in Hamburg am 8. Mai 2008 wurde Becker von einem ehemaligen Senator der Hansestadt angegriffen, das Schmerzensgeld spendete er dem Auschwitz-Komitee.


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