exakt | 27.09.2017 Zwischen Triumph und Verzweiflung – der Wahlabend in Sachsen

Wahlabend im Chemnitzer Rathaus
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Die Bundestagswahlen am Sonntag haben ein politisches Beben ausgelöst. Erstmals zog die AfD mit 12,4 Prozent in den Deutschen Bundestag ein. Besonders stark waren die Gewinne der AfD in Sachsen. Die CDU, die seit 27 Jahren im Freistaat regiert, landete hier nur noch knapp auf Platz zwei hinter der AfD. Außerdem jagte die AfD der Union in Sachsen drei Direktmandate ab.

Wir besuchen drei sächsische Kandidaten, die um einen Sitz im Bundestag in Berlin kämpfen, und ihre Anhänger: Detlef Müller von der SPD aus Chemnitz, Marco Wanderwitz von der CDU und Tino Chrupalla von der AfD. Alle haben den Einzug ins Parlament schafft. Was sagen sie zum schlechten Abschneiden der Union und dem Erfolg der AfD in Sachsen?

Das Thema, wie kriegen wir es in den ländlichen Räumen hin, das Abgehängtsein im wahrsten Sinne des Wortes, beispielsweise im öffentlichen Personennahverkehr, bei der Ärzteversorgung und dergleichen, kein Thema ist. Wie kriegen wir es hin, dass das Thema: Fühle ich mich sicher? wieder besser funktioniert. Wir haben ja alle Wahlkampf gemacht in den letzten Wochen, haben mit vielen Menschen gesprochen und haben schon gemerkt, dass teilweise den Menschen unsere Antworten nicht ausreichend waren.

Marco Wanderwitz, CDU

Es war in den letzten Jahren eine Art Kuschelparlament. Ging alles gut, man hat die Gesetze gemeinsam gemacht, die Opposition war auch keine richtige Opposition, das ging alles handzahm weiter. Die Zeiten sind vorbei. Wir werden auch klarmachen müssen, was die AfD für eine Partei ist, dass sie keine Lösung hat, dass sie nur Parolen hat, aber dass sie keineswegs in der Lage ist, irgendwelche Probleme zu lösen. Der Bundestag wird lauter werden, streitbarer, es wird auch manchmal nicht angenehmer werden im Bundestag.

Detlef Müller, SPD

Sylvia Littke-Hennersdorf ist die Wahlkampfmanagerin von Tino Chrupalla, sie hat mit ihm fast 60 Wahlkampf-Veranstaltungen organisiert. Sie erklärt das gute Abschneiden der AfD in Sachsen so:

Gerade die Themen Altersarmut oder auch der Chrupalla, wenn der jetzt seine Kollegen sieht - die Maler, die Klempner oder die Heizungsbauer - die jetzt auf ihren Zetteln zukünftige Rente 650, 750 Euro stehen haben, die wissen, dass es ein riesengroßes Problem geben wird. Was natürlich auch auf die Kaufkraft von dem ganzen Landkreis abfärbt. Und die Themen hat der Chrupalla gespielt, weil er die leben kann, weil er mittendrin steckt. 

Sylvia Littke-Hennersdorf, Wahlakmpfmanagerin von Tino Chrupalla, AfD

Zuletzt aktualisiert: 04. Oktober 2017, 16:44 Uhr

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