exakt aktuell | 13.10.2017 Schloss Hummelshain steht vor der Zwangsversteigerung

Stoff für Märchen liefern viele Schlösser. Aber im Fall von Schloss Hummelshain blieb das Happy End viele Jahre aus. Das liegt vor allem am traurigen Zustand des denkmalgeschützen Immobilie. Aber nun gibt es Pläne für eine Zwangsversteigerung des Schlosses.

Das Schloss Hummelshain verfällt seit Jahren, weil der aktuelle Eigentümer nichts in die Sanierung investiert. Nun gibt es Pläne, das Anwesen zwangszuversteigern. Die landeseigene Thüringer Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) will damit offenbar jahrelange Querelen beenden und Fehler aus der Vergangenheit korrigieren.

Die LEG plant seit Monaten, das vernachlässigte Schloss dem bisherigen Besitzer zu entziehen. Das Problem: Um zwangsversteigern zu können, muss die LEG zunächst selbst wieder Eigentümerin werden. Auch einen Weiterverkauf des Schlosses sehen die Pläne vor.

Schloss Hummelshain spiegelt sich in einem Teich
Die Zukunft von Schloss Hummelshain ist weiter ungewiss. Bildrechte: MDR/Axel Hemmerling

Laut Thüringer Staatskanzlei schloss die LEG bereits im September einen Vorvertrag für einen Grundstückskaufvertrag ab. In zwei Wochen sollen nun die Mitglieder des Haushalt- und Finanzausschusses des Thüringer Landtags über den Rückkauf des Schlosses beraten.

Derzeit gehört Schloss Hummelshain dem Leipziger Investor Lutz Rothe. Er hatte es 1998 vom Land gekauft und bis heute rund 300.000 Euro des Kaufpreises nicht bezahlt. Diese Restschuld ist als Hypothek im Grundbuch eingetragen. Ohne erkennbaren Widerstand hatte die LEG Zahlungsfristen des neuen Eigentümers verstreichen lassen, um das Schloss wieder in Landesbesitz zu holen. Weder LEG noch Landesregierung hatten in den vergangenen Jahren ein Interesse an einer Rücknahme.

Über die ganze Geschichte berichtete exakt am Mittwoch:

Zuletzt aktualisiert: 13. Oktober 2017, 16:33 Uhr