Eine Badewanne steht auf einem Podest in einem Raum.
In dieser Wanne wurde der Rentner gebadet. Er starb etwa eine Woche später an den Folgen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

exakt aktuell | 12.10.2017 Pflegerin nach Tod eines Rentners angeklagt

Im Frühjahr verstarb ein 79-jähriger Pflegeheim-Bewohner, weil er bei einem Bad in zu heißem Wasser tödliche Verbrühungen erlitten hatte. Nun beginnt die juristische Aufarbeitung. Die Staatsanwaltschaft Halle hat Anklage gegen eine Pflegerin des Mannes erhoben.

Eine Badewanne steht auf einem Podest in einem Raum.
In dieser Wanne wurde der Rentner gebadet. Er starb etwa eine Woche später an den Folgen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Im Fall des in einem Pflegeheim tödlich verbrühten Rentners hat die Staatsanwaltschaft Halle Anklage erhoben. Sie wirft einer einer damaligen Pflegerin des 79-Jährigen fahrlässige Tötung durch Unterlassen vor. Die 50 Jahre alten Krankenschwester hatte laut Staatsanwaltschaft beim Baden des Mannes in einer Wanne die Wassertemperatur weder mit einem Thermometer noch mit der Hand geprüft. Beides sei gesetzlich vorgeschrieben. Der Angeklagten drohen bei einer Verurteilung bis zu fünf Jahren Haft oder eine Geldstrafe.

Ein Schild mit der Aufschrift "Villa Terra" steht vor einem Gebäude.
Das betroffene Pflegeheim in Beyernaumburg. Ein 79-Jähriger erlitt hier im Februar 2017 tödliche Verbrühungen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Vorfall passierte in einem Heim in Beyernaumburg (Sachsen-Anhalt). Der ältere Mann, der nach einem Schlaganfall halbseitig gelähmt war, erlitt in der Badewanne Verbrühungen zweiten Grades und starb sechs Tage später. Die 50 Jahre alte Frau Krankenschwester hatte den Fall der Pflegeleitung gemeldet, bei der Polizei aber nichts zu den Vorwürfen gesagt. Das Verfahren gegen eine zweite, 53 Jahre alte Pflegehelferin wurde dagegen wegen geringer Schuld eingestellt.

Über diesen dramatischen Vorfall und einen gesetzlich nicht vorgeschriebenen Verbrühschutz, der möglicherweise den Tod des Mannes hätte verhindern können, berichtete exakt im März:

Zuletzt aktualisiert: 12. Oktober 2017, 16:09 Uhr

Krankenwagen
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Exakt-Recherchen zeigen: Tod durch Verbrühen ist kein Einzelfall. Immer wieder kommt es zu schweren Verletzungen von Patienten in Pflegeeinrichtungen, die auch tödlich enden.

Exakt Mi 29.03.2017 20:15Uhr 06:58 min

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