Paul G., 2008 auf dem Weg zum Prozess
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

exakt aktuell | 08.09.2017 Gewaltverbrecher in Haft

Paul G., 2008 auf dem Weg zum Prozess
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ein verurteilter Gewaltverbrecher aus Quedlinburg sitzt nun im Gefängnis. Nach Angaben des Justizministeriums hat er seine zweijährige Haftstrafe in der Justizvollzugsanstalt Volkstedt bei Eisleben am Mittwoch angetreten. Das Urteil war rechtskräftig geworden, nachdem der 28-Jährige Anfang des Monats nicht zu seinem Berufungsverfahren erschienen war.

Der Mann ist mehrfach vorbestraft. Zuletzt wurde er zu zwei Jahren Haft verurteilt, weil er ein elfjähriges Mädchen angegriffen haben soll. Zudem war er im Jahr 2008 unter anderem wegen versuchten Mordes und Vergewaltigung schuldig gesprochen worden und saß deswegen bereits hinter Gittern.

Der verurteilte Gewalttäter hatte in Quedlinburg direkt neben einem Kindergarten gewohnt. Bis zum Antritt der Haftstrafe war er durch eine elektronische Fußfessel überwacht worden. Die Stadt richtete einen Sicherheitsdienst zum Schutz der Kinder ein. Der Wohnort des Mannes hatte für Aufregung in der Nachbarschaft gesorgt.

Schlagzeilen machte in diesem Fall auch eine Einmischung des Justizstaatssekretärs Hubert Böning (CDU). Er wollte nach Angaben des Ministeriums erreichen, dass die Berufungsverhandlung des Gewalttäters vorverlegt wird. Richterrat und Linkspartei werteten das als Eingriff in die Unabhängigkeit der Justiz. Eine eingereichte Dienstaufsichtsbeschwere gegen Böning wurde am Ende aber fallengelassen. Das Justizministerium sah keine Anhaltspunkte für ein Dienstvergehen.

Über dieses Thema berichtet MDR exakt auch im: Fernsehen | 12.07.2017 | 20:15 Uhr

Paul G., 2008 auf dem Weg zum Prozess
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Zuletzt aktualisiert: 08. September 2017, 10:29 Uhr