Westsahara-Konflikt: Ehemaliger Bundespräsident Horst Köhler wird UN-Beauftragter

Der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler soll als neuer UN-Beauftragter helfen, zwischen den Konfliktparteien, der Marokkanischen Regierung und der Befreiungsbewegung "Polisario", zu vermitteln.

Der Altbundespräsident gilt als Afrikakenner. Köhler bringe mehr als 35 Jahre Erfahrung in Regierungsfragen und der Arbeit in internationalen Organisationen mit, sagte UN-Generalsekretär António Guterres. Köhler löst damit den bisherigen UN-Beauftragten Christopher Ross ab. Der US-Diplomat hatte nach acht Jahren Amtszeit seinen Rücktritt eingereicht.

Hintergrund des Konfliktes zwischen den Parteien ist eine Besetzung großer Teile der Westsahara durch Marokko. Um die Region hatte es nach dem Abzug der damaligen Kolonialmacht Spanien im Jahr 1975 erbitterte Kämpfe zwischen Marokko und dem dort lebenden Nomadenvolk der Saharauis gegeben. Marokko annektierte zwei Drittel der Westsahara und errichtete einen 2.700 Kilometer langen Sandwall durch die Wüste, um das Gebiet abzugrenzen. Die Saharauis kontrollieren seitdem nur ein Drittel ihres angestammten Siedlungsgebietes. FAKT berichtete bereits ausführlich über den seit Jahren schwelenden Konflikt:

Im Jahr 1991 hatten die Vereinten Nationen einen Waffenstillstand zwischen den Konfliktparteien vermittelt und den Saharauis ein Referendum zugesichert. In diesem sollen sie entscheiden, ob sie zu Marokko gehören oder unabhängig sein wollen. Das Referendum hat aber bis heute nicht stattgefunden. Die Befreiungsbewegung "Polisario" kämpft für die Unabhängigkeit der Westsahara von Marokko. Die Konfliktparteien "Polisario" und die Regierung Marokkos haben bereits ihre Zustimmung zu Köhler als neuem Sonderbeauftragten gegeben.

Über dieses Thema berichtete FAKT auch im TV am 26.10.2016 | 21:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. August 2017, 16:50 Uhr