exakt aktuell | 01.11.2017 Risiko für Altersarmut: Im Osten künftig doppelt so hoch wie im Westen

Das Risiko, im Alter eine Rente unterhalb der Armutsgrenze zu beziehen, wird sich in den nächsten Jahren vor allem in Ostdeutschland deutlich erhöhen. Laut einer DIW-Prognose könnte zukünftig jeder Dritte betroffen sein.

Das Risiko, im Alter eine Rente unterhalb der Armutsgrenze zu beziehen, wird sich in den nächsten Jahren vor allem in Ostdeutschland deutlich erhöhen. Laut einer Prognose des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) steigt das Armutsrisiko bis 2036 im Westen von derzeit 15 auf 17 Prozent; im Osten dagegen erhöht es sich im gleichen Zeitraum von momentan 21 auf 36 Prozent. Eine Rente unterhalb der Armutsgrenze würde dann jeden Dritten treffen.

Unter die vom Armutsrisiko betroffenen Rentner fällt für das DIW, wer nur 60 Prozent oder weniger der Durchschnittsrente bezieht. Derzeit liegt die Armutsgrenze bei 958 Euro. Die Durchschnittsrente beträgt knapp 1600 Euro.

Das Armutsrisiko steigt durch Zeiten der Arbeitslosigkeit, versicherungsfreie Jahre und Niedriglohnjobs. Johannes Geyer vom DIW gegenüber "MDR-exakt": "Das trifft speziell Menschen in Ostdeutschland, die nach der Wende nicht so richtig Fuß gefasst haben auf dem Arbeitsmarkt. Da kulminieren viele dieser Risiken. In diesem Gebiet sehen wir das, dass in einem ganzen Gebiet bei den ‘Wendeverlierern‘ in Anführungszeichen das Risiko für Altersarmut enorm ansteigen wird."

Doch nicht nur Menschen mit sogenannten brüchigen Arbeitsbiografien müssen mit einer Rente unterhalb der Armutsgrenze rechnen. Auch, wer durchgehend gearbeitet hat, kann von Sozialhilfe abhängig werden. Zum Beispiel Menschen, die heute Mindestlohn oder etwas mehr verdienen, könnten später in Altersarmut landen, so der Wirtschaftsforscher Geyer.

Über dieses Thema berichtet MDR exakt auch im: Fernsehen | 01.11.2017 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. November 2017, 21:41 Uhr

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2 Kommentare

02.11.2017 06:58 Wo geht es hin? 2

Zitat aus dem Artikel: "Auch, wer durchgehend gearbeitet hat, kann von Sozialhilfe abhängig werden. Zum Beispiel Menschen, die heute Mindestlohn oder etwas mehr verdienen, könnten später in Altersarmut landen, so der Wirtschaftsforscher Geyer." Zitat Ende. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen - vielleicht nur der Verweis auf die Aussage der Kanzlerrette, dass Deutschland ja ein soooo reiches Land wäre. Nur - wo ist der Reichtum denn nun geblieben? Bei denen, die ein ganzes Leben lang geschuftet haben erst mal nicht....

01.11.2017 22:59 part 1

Erst enteignet vom Volkseigentum, weiter enteignet von bestandenen Sozialleistungen und restlich enteignet vom Vermögen und einem menschenwürdigen Auskommen im Alter: so sieht der Fahrplan der Umverteilung aus. Es zählt nur die Ware Arbeitskraft, nicht die Jahrgänge davor oder dahinter...