Menschen protestieren vor dem Amtsgericht Kamenz.
Bildrechte: MDR/Rica Sturm

exakt exklusiv | 03.05.2017 Staatsanwalt bedroht: Ausmaß größer als bekannt

Menschen protestieren vor dem Amtsgericht Kamenz.
Bildrechte: MDR/Rica Sturm

Wie das MDR Magazin Exakt aus Kreisen des Verfassungs- und Rechtsausschusses des sächsischen Landtages erfuhr, gingen die Bedrohungen der Staatsanwaltschaft weit über das bislang bekannte Maß hinaus. Außerdem sei auch ein Zeuge eingeschüchtert worden.

Der Rechtsausschuss trat in Dresden aufgrund der Recherchen und der Berichterstattung von MDR Exakt zusammen. Den Mitgliedern des Verfassungs-und Rechtsausschusses wurde mitgeteilt, dass Ende Februar das Auto eines Staatsanwaltes attackiert worden ist.  Außerdem seien am 6. und 19. April E-Mails mit Todesdrohungen gegen einen Staatsanwalt eingegangen. Hinzu käme eine telefonische Drohung am 21. April.

Nach Recherchen von MDR Exakt (Bericht vom 26. April) war der zuständige Staatsanwalt beleidigt und bedroht worden. Der Staatsanwalt wurde während des Prozesses von mehreren LKA-Beamten geschützt. Das Operative Abwehrzentrum der sächsischen Polizei hat mittlerweile dazu die Ermittlungen übernommen.

In der vergangenen Woche war das Verfahren gegen vier Männer, die einen Flüchtling aus dem Irak im Mai 2016 in Arnsdorf mit Kabelbindern an einen Baum fesselten, wegen „Geringfügigkeit“ eingestellt worden. Ein Handyvideo, das die Ereignisse dokumentierte, sorgte bundesweit für Schlagzeilen. Das Opfer wurde elf Monate nach dem Vorfall kurz vor dem Gerichtstermin tot in einem Wald gefunden und soll laut Obduktion an Unterkühlung gestorben sein.

exakt hat über den Fall bereits mehrfach berichtet:

Menschen stehen vor einem Haus und halten Schilder in den Händen
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Zuletzt aktualisiert: 03. Mai 2017, 17:20 Uhr