Ein Ausflugsschiff und ein Schwimmer in einem Fluss
Bildrechte: Bettina Wobst

Exakt - Die Story | 19.07.2016 | 20:45 Uhr Abenteuer Elbe: Zwischen Spaß und Risiko

Ein Film von Bettina Wobst

Was macht die Faszination Elbe aus und wo wird sie für den Menschen gefährlich? Was kann man für mehr Sicherheit tun? "Exakt - die Story" fährt raus auf den Fluss und sucht Antworten: bei Wassersportlern, Bootsausleihern, Wasserschutzpolizisten, Motorbootführern, Dampfschifffahrtskapitänen und Rettern der Wasserwacht.

Ein Ausflugsschiff und ein Schwimmer in einem Fluss
Bildrechte: Bettina Wobst

Es ist ein warmer Tag im August 2016 - ideal für einen Ausflug auf der Elbe. Auf der Höhe des Kurortes Rathen steht ein Mann auf einem Standup-Paddle, einer Art Surfboard. Vorn auf dem Board sitzt ein kleines Mädchen, die Tochter seiner Freundin. Sie kommen in der Flussmitte schnell voran. Doch dann übersieht der Paddler das gefährliche Seil der Rathener Gierseilfähre. Er prallt gegen die letzte Tonne vor dem Fährschiff. Das Mädchen kann sich ans Ufer retten, aber der Mann ertrinkt. Er hatte sich im Seil verfangen, blieb minutenlang unter Wasser. Aus Spaß wurde tödlicher Ernst.

Mehr Sportler - mehr Unfälle

Die Elbe schreibt einige solcher Geschichten: Zwei Touristinnen, die sich ein Kajak ausleihen, werden von der Strömung unter ein Hotelschiff gedrückt - eine der Frauen stirbt. Vor Pillnitz ertrinkt eine Frau in einem Faltboot nach der Kollision mit einer Boje. Ein Motorbootskipper rammt aus Versehen eine Gruppe von Paddlern und verletzt dabei einen der Männer schwer. Was sind die Ursachen für solche Unfälle? Wo sind besonders neuralgische Stellen auf dem Fluss? Ist die Elbe wirklich so gefährlich oder wird sie einfach nur unterschätzt?

Die Elbe ist ein besonderer Fluss. Fast 700 Kilometer kannst du frei paddeln, ohne dass eine Staustufe kommt. Das ist für Paddler ein Paradies.

Thomas Lehmann Elbe-Wasserwanderer

"Leichtsinn gepaart mit Unerfahrenheit"

Seit Jahren beobachtet das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt, dass der Wassertourismus auf der Elbe zunimmt. Der Fluss gewinnt an Attraktivität. Und damit steigt auch die Zahl derjenigen Hobby-Wassersportler, die über keine Erfahrung mit dem Strom verfügen.

Jeder, der auf der Elbe fährt, sollte sich mit den Verkehrsregeln und mit den Verkehrsschildern vorher intensiv befassen.

Klaus Kautz Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Dresden

Immer mehr Menschen mieten Schlauchboote, Kanus oder machen schnell mal einen Motorbootsführerschein. Dabei wird oft vergessen, dass die Elbe eine viel befahrene Wasserstraße ist - mit starker Strömung, vor allem an Brückenpfeilern und Bojen. "Die meisten Unfälle passieren einfach durch Leichtsinn gepaart mit Unerfahrenheit", sagt Martin Zavesky von der Wasserwacht. Er trainiert regelmäßig mit seinem Team, um Menschen im Fluss retten zu können. Aber bei der Zunahme an "Freizeitkapitänen" in den letzten Jahren sei eine großflächige Kontrolle des Flusses kaum möglich.

Unterwegs auf der Elbe

Ein Mann filmt einen Paddler
Wer auf der Elbe unterwegs ist, trifft vom Schwimmer bis zum Frachtkahn viele Flussliebhaber. Einer von ihnen ist Thomas Lehmann. Der Paddler kennt die Elbe von der Quelle bis zur Mündung. Bildrechte: Bettina Wobst
Ein Mann filmt einen Paddler
Wer auf der Elbe unterwegs ist, trifft vom Schwimmer bis zum Frachtkahn viele Flussliebhaber. Einer von ihnen ist Thomas Lehmann. Der Paddler kennt die Elbe von der Quelle bis zur Mündung. Bildrechte: Bettina Wobst
Ein Ausflugsschiff und ein Schwimmer in einem Fluss
Obwohl die Elbe eine viel befahrene Bundeswasserstraße ist, darf man in ihr auch schwimmen. Allerdings ist das nicht ganz ungefährlich ... Bildrechte: Bettina Wobst
Ein Mann filmt am Bug eines Schiffs
... denn dir großen Schiffe sind nicht nur sehr schwer und schnell, sie erzeugen auch gefährliche Wellen. Bildrechte: Bettina Wobst
Helfer der Wasserwacht besprechen sich an Land
Wer Hilfe auf dem Wasser benötigt, kann auf die Helfer der Wasserwacht zählen. Nach kurzer Besprechung an Land ... Bildrechte: Bettina Wobst
Ein Boot der Wasserwacht auf der Elbe
... geht es raus auf die Elbe. Die Rettungskräfte üben regelmäßig die Menschenbergung aus dem Fluss. Bildrechte: Bettina Wobst
Zwei Helfer der Wasserwacht in einem Boot
Die sogenannten Fließwasserretter müssen auch lernen, mit der kompletten Schutzausrüstung zu schwimmen. Bildrechte: Bettina Wobst
Zwei Standup-Paddler auf einem Fluss
Auch sie sieht man inzwischen immer häufiger auf der Elbe: Stand-up-Paddler. Doch bevor es auf das Wasser geht ... Bildrechte: Bettina Wobst
Standup-Paddler üben an Land
... stehen aus Sicherheitsgründen Trockenübungen an Land an. Jan Diestel, deutscher Meister in der Long Distance im Stand-up-Paddling, gibt genaue Anweisungen. Bildrechte: Bettina Wobst
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