Auf der ersten Ausbildungsmesse für Flüchtlinge am 14.07.2016 in der Industrie- und Handelskammer in Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern) hilft Ulrike Nennhaus (M) vom Jobcenter Schwerin beim Ausfüllen von Formularen.
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Hintergrund Nur jeder 31. Arbeitnehmer in Sachsen und Thüringen ist Ausländer

Bundesweit kommt jeder zehnte Arbeitnehmer aus dem Ausland - in Sachsen und Thüringen ist es nur jeder 31.. Damit bleibt die Beschäftigung von ausländischen Arbeitnehmern in Mitteldeutschland auf einem niedrigen Niveau.

Auf der ersten Ausbildungsmesse für Flüchtlinge am 14.07.2016 in der Industrie- und Handelskammer in Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern) hilft Ulrike Nennhaus (M) vom Jobcenter Schwerin beim Ausfüllen von Formularen.
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Die Beschäftigung von ausländischen Arbeitnehmern in Mitteldeutschland bleibt auf einem niedrigen Niveau. Aktuell (Stand Juni 2016) arbeiten 49.749 Ausländer im sächsischen Freistaat. Das ist zwar ein Anstieg von 10.027 sozialpflichtig Beschäftigten innerhalb eines Jahres, trotzdem ist Sachsen damit eines der Schlusslichter im deutschlandweiten Vergleich.

Das können wir uns nicht leisten. (...) Wir sind auf gezielte Zuwanderung angewiesen.

Das sagt Klaus-Peter Hansen, Chef der sächsischen Landesarbeitsagentur. Angesichts der demografischen Entwicklung werde es kaum so weitergehen können. Bis 2025 könnten dem Arbeitsmarkt im Land etwa 200.000 Menschen im arbeitsfähigen Alter verloren gehen. Heute gibt es bereits 34.000 offene Stellen, die nicht allein durch Weiterbildungs- und Umschulungsmaßnahmen besetzt werden können.

Besonders das Hotel- und Gastgewerbe sucht händeringend nach Fachkräften. Lehrstellen bleiben unbesetzt, weil zu wenige Jugendliche bereit sind, zum Beispiel am Wochenende zu arbeiten. exakt hat Gastronomen getroffen, die mit ausländischen Fachkräften das Problem lösen wollen – mit sehr unterschiedlichen Aussichten auf Erfolg.

Einwanderer versus Flüchtlinge?

Es ist paradox: Für Unternehmer ist es einfacher Azubis mit einem Arbeitsvisum nach Deutschland zu holen als Flüchtlinge zu beschäftigen, die schon hier sind. Gaststättenbetreiber Wolfgang Nickel brachte junge Indonesier zur Ausbildung nach Köthen. Innerhalb von wenigen Wochen bekamen sie ihr Visum. Voraussetzung: gute Deutschkenntnisse, nachgewiesen vom Goethe-Institut, plus Arbeits- und Mietvertrag:

Nachrichten

Ein Kellner serviert Speisen
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Margaux Steiger ist die Betreiberin eines Sebnitzer Hotels. Auch sie findet schon lange kein Personal mehr und hat drei pakistanische Flüchtlinge eingestellt. Allerdings nicht als Azubis, sondern gleich Vollzeit als Reinigungskräfte oder Küchenhilfe, für rund 1.500 Euro im Monat. Sie tat alles, damit die Flüchtlinge weiter bei ihr arbeiten konnten, aber ihr Engagement war umsonst:

Der ganze Beitrag bei exakt am 7. Juni 2017, 20:15 Uhr im MDR FERNSEHEN.

Zuletzt aktualisiert: 06. Juni 2017, 10:25 Uhr