exakt | 07.06.2017 Kriminelle Flüchtlinge

Haben die Flüchtlinge eine Welle der Kriminalität ausgelöst? Subjektiv sind Angst und Unsicherheit vor den neuen Mitbürgern überall anzutreffen. Wir haben uns die Kriminalitätsstatistik genauer angesehen. Von einer Welle der Verbrechen kann man nicht sprechen. Aber die bittere Wahrheit ist - die Zahl der Tatverdächtigen beispielsweise bei Sexualdelikten haben zugenommen. Unter diesen Tatverdächtigen sind Flüchtlinge eine auffällige Gruppe. Welche Gründe gibt es dafür?

Christian Pfeiffer
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Haben die Flüchtlinge eine Welle der Kriminalität ausgelöst? Wir haben uns die Kriminalitätsstatistik genauer angesehen.

Exakt Mi 07.06.2017 20:15Uhr 08:31 min

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Verena B. auf ihrer täglichen Tour als Zeitungsausträgerin in Chemnitz. Vor einem Jahr wurde sie dabei am frühen Morgen Opfer eines sexuellen Angriffs. Sie spricht mit uns, ihr Gesicht will sie nicht zeigen.

Also ich bin eigentlich davon ausgegangen, nachdem er mit aller Macht versucht hat, mir die Hose auszuziehen, dass er mich vergewaltigen will. Es war Todesangst. Ich wusste, dass dort um die Zeit niemand vorbeikommt oder was. Es gab da schon einen Moment als ich dachte, hier kommst du nicht mehr lebend raus.

Verena B.

Weil ein Auto vorbeikommt, flüchtet der Täter. Es ist einen 31-jähriger Mann aus Pakistan, der 2015 mit der Flüchtlingswelle nach Deutschland kommt. Nach dem Übergriff auf Verena B. fällt er eine 22-jährige Joggerin an und verletzt sie lebensgefährlich. Diesmal wird er gefasst. Solche Verbrechen sind Teil einer beunruhigenden Entwicklung und führen zu der Frage, ob das Leben in Deutschland durch die Flüchtlinge unsicherer geworden ist.

Der Polizeilichen Kriminalstatistik zufolge gibt es insgesamt nicht mehr Tatverdächtige. Ihre Zahl sinkt in den letzten fünf Jahren sogar leicht. Aber: Bei den nichtdeutschen Tatverdächtigen steigen die Zahlen von 436.000 auf über 600.000. Besonders in den letzten beiden Jahren. Zu diesen Tatverdächtigen zählen auch die Flüchtlinge. Sie sind aber in der offiziellen Statistik nicht gesondert aufgeführt.

Der Kriminologe Christian Pfeiffer hat untersucht, wie Flüchtlinge die Gewalt-Kriminalität in Deutschland beeinflusst haben. Er sagt: Ja, die neuen Migranten sorgen für einen Anstieg der nichtdeutschen Tatverdächtigen. Dabei sind sie Täter und Opfer:

Die Körperverletzungen ereignen sich primär untereinander. Bei Tötungsdelikten ist es besonders auffällig, mehr als 90 Prozent von Tötungsfällen von Flüchtlingen wurden an anderen Flüchtlingen oder anderen Ausländern verübt. Die Deutschen sind stärker im Blickfeld der Täter, wenn es um Raubdelikte geht. Da gibt es ja auch mehr zu holen. Aber auch bei Vergewaltigung haben wir eine Mehrheit der Opfer, die Deutsche sind.

Christian Pfeiffer, Kriminologe

Sexuelle Übergriffe durch Flüchtlinge – seit der Silvesternacht in Köln sorgen sie für großes Aufsehen in der Öffentlichkeit. Dabei nehmen Sexualstraftaten zahlenmäßig nicht einmal ein Prozent aller Delikte ein. Bestimmte Kreise nutzen aber das Thema für Falschmeldungen und allgemeine Hetze gegen Flüchtlinge.

Im Oktober 2015 verunsichert eine Serie von Sexualstraftaten die Stadt Magdeburg. Der Täter, der später gefasst wird, ist ein 30-jähriger Afghane. In immer kürzeren Abständen hat er insgesamt vier Frauen überfallen. Es sind brutale Angriffe. Aber wie sehen die realen Zahlen aus – ist die weitverbreitete Angst vor den Flüchtlingen gerechtfertigt?

In Sachsen-Anhalt steigt die Gesamtzahl der Tatverdächtigen bei Sexualdelikten in fünf Jahren auf insgesamt 1.480 etwas an. Interessant sind erneut die nichtdeutschen Tatverdächtigen. Deren Zahl hat sich von 66 auf 151 mehr als verdoppelt. Besonders wegen einer großen Zunahme in den beiden letzten Jahren. Der Trend scheint also eindeutig. Christian Pfeiffer aber weiß, die Herkunft der Tatverdächtigen spielt generell eine entscheidende Rolle dabei, ob eine Straftat überhaupt zur Anzeige kommt.

Wenn man dann nach den Delikten speziell schaut, sind die größten Unterschiede gerade bei der Vergewaltigung. Bei deutschen Tätern und Opfern ist die Anzeigequote unter einem Fünftel. Wenn es aber ein Fremder ist aus einer anderen Ethnie, dann steigt das schon auf über 40 Prozent. Also klare Divergenzen, mit der Folge, Flüchtlinge sind hier deutlich sichtbarer als Täter, als Einheimische, die dasselbe getan haben.

Christian Pfeiffer, Kriminologe

Zwar eine Relativierung. Aber Flüchtlinge bleiben trotzdem eine problematische Gruppe. Denn viele von ihnen sind jung und männlich. Für Kriminologen eine gefährliche Klientel. Das aber gilt weltweit und auch für junge deutsche Männer. Die Kriminalstatistik der Flüchtlinge belasten wiederum Intensivtäter aus Nordafrika, viele stammen aus männerdominierten Kulturen.

Der afghanische Täter von Magdeburg reiste 2015 über Ungarn in die EU ein und hatte in Deutschland einen Asylantrag gestellt. Das Gericht verurteilt ihn wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung zu acht Jahren Gefängnis. Sein Anwalt Ulrich Köhler hatte ihm geraten, umfänglich zu gestehen. Die Beweislage war eindeutig. Der Prozess sollte schnell vorbei sein und die Frauen vor einem langem Verfahren bewahren. Köhler war überzeugt davon, er müsse den jungen Männern die Grenzen auch außerhalb des Gerichtssaales klar machen.

Ich habe dann mit dem afghanischen Vorsitzenden der Moscheegemeinde einen Termin vereinbart nach dem Freitagsgebet. Und bin da hingegangen und habe denen erklärt, dass so etwas in Deutschland nicht stattzufinden hat. Da saßen dann 60 bis 70 junge Leute und ich hatte schon den Eindruck, dass diese Botschaft angekommen ist.

Ulrich Köhler, Rechtsanwalt

Auch wir fahren zur Moschee. Die gläubigen Afghanen haben nun Angst, dass ein Straftäter ihrem Ruf geschadet hat und verurteilen die Tat. Aber es kursiert auch ein Gerücht unter den jungen Männern.

Er hat an dem Tag seine Ablehnung bekommen. Er war stinksauer, weil er viel Geld ausgegeben hat, dass er nach Deutschland gekommen ist und anscheinend ist er zur Disko gegangen, wo er sich betrunken hat.

Junger Afghane

Tatsächlich bekommt Alimohamed H. im September die Ablehnung seines Asylantrages. Anfang Oktober überfällt er die erste Frau. Wir zeigen Christian Pfeiffer unsere Recherche. Er warnt, abgelehnte und perspektivlose Asylbewerber können zum Sicherheitsrisiko werden. Aber wir können grundsätzlich etwas machen.

Die richtigen Konsequenzen heißen dann eben: Integration soweit es irgendwie geht der Kriegsflüchtlinge und Ausweisung derer, die durch Straftaten aufgefallen sind und freiwillige Rückkehrprogramme für den Rest, die noch nicht bekannt geworden sind als Straftäter, wo wir aber doch die Sorge haben, dass angesichts ihrer Lebensbedingungen in Deutschland früher oder später ein hohes Risiko besteht.

Christian Pfeiffer, Kriminologe

Ob das praktisch möglich ist, ist politisch umstritten. Der Anstieg sexueller Übergriffe durch Flüchtlinge ist beunruhigend. Eine Debatte über die Konsequenzen hat erst begonnen.

Zuletzt aktualisiert: 14. Juni 2017, 17:02 Uhr

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1 Kommentar

07.06.2017 22:23 Nowak, P. C. 1

Das liest sich wie ein Stück aus dem Tollhaus. Die Gewaltkriminalität hat unter Migranten sowieso, aber auch die Sexualdelikte gegen deutsche Frauen, exorbitant zugenommen. Hier ist die Merkel-Regierung entweder handlungsunfähig, oder aber untersteht einer übergeordneten Ideologie der EU, die da heisst: Grenzen kann man nicht schützen. So wird man im September den roten Teppich für die AfD auslegen.
Es kann nicht sein, dass der Schutz von Migranten vor dem Ertrinkungstod höher bewertet wird, als der Schutz der eigenen Bevölkerung. Es kann nicht sein, dass Griechenland nicht die Fluchtkorridore der Ägäis schließen kann und Frontex in Sichtweite der Libyschen Küste die Migranten nach Sizilien bringt. Irgendwann landen die in Deutschland. Es kann nicht sein, dass ermittelte Asylbetrüger in Deutschland bleiben. Es kann nicht sein, dass die Polizei von Araber-Clans angespuckt und angegriffen werden, usw.