Ein rohes Steak.
Bildrechte: Colourbox.de

exakt aktuell | 31.05.2017 Billigfleisch-Angebot bei ALDI sorgt für Empörung

Ein 600-g-Nackensteak für 1,99 Euro - das Angebot löste auf Facebook einen Shitstorm aus. ALDI versucht sich zu rechtfertigen und argumentiert u. a. mit seinem Engagement für die "Initiative Tierwohl".

Ein rohes Steak.
Bildrechte: Colourbox.de

Von preisWERT kann bei diesem Angebot sicher keine Rede sein. Das ist einfach nur billigster Dreck, für dessen Produktion alles und jeder bis zum Anschlag ausgebeutet wurde - am meisten die, die sich am wenigsten wehren können: die Tiere.

Facebook Kommentar bei ALDI Süd
Bildrechte: Facebook\Martin Boiser

Nachdem dieser Kommentar des Users Martin Boiser bereits tausende Male geteilt wurde und zehntausende Reaktionen hervorrief, reagierte ALDI auf die Kritik. Das Unternehmen rechtfertigte das Angebot als Ergebnis von Angebot und Nachfrage und verwies auf sein Engagement für die „Initiative Tierwohl":

Jedes Kilo Schweine- und Geflügelfleisch, das bei Aldi Süd verkauft wird, kommt der Initiative Tierwohl und damit dem verbesserten Tierschutz und der Landwirtschaft zu Gute.

Doch der Zusammenschluss von verschiedenen Akteuren aus Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und Lebensmitteleinzelhandel steht seit seiner Gründung in der Kritik. Denn es wird stark bezweifelt, ob es den Tieren dank "Tierwohl" wirklich gut geht. Erst vor wenigen Wochen zeigte die Tierschutzorganisation Peta sieben Thüringer Schweinemastbetriebe an - mindestens vier der von Peta angezeigten Betriebe sind nach Darstellung der Organisation Mitglied der "Initiative Tierwohl".

"Die Initiative ist eine der größten PR-Lügen der vergangenen Jahre", sagte Thomas Schröder, Chef des Deutschen Tierschutzbundes. Er kennt das Thema gut - schließlich hat seine Organisation die Initiative zunächst selbst beraten, bevor sie 2016 ausstieg.

Die Verbraucherzentralen sehen das Label kritisch: Es fehle an Transparenz, die Werbung sei überzogen, so die Kritik. Zudem hätten Kunden keine Gewähr, dass das Fleisch tatsächlich aus teilnehmenden Betrieben stamme.

exakt berichtete bereits am 10.09.2014 über die Kritik an der "Initiative Tierwohl":

Zuletzt aktualisiert: 21. Juni 2017, 17:24 Uhr