Nach Randale von Dynamo-Anhängern in Karlsruhe Experte sieht "neue Qualität der Gewalt"

Uniformierte unter anderen Fans von Dynamo vor dem Stadion
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Uniformierte unter anderen Fans von Dynamo vor dem Stadion
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Die Randale von Anhängern des Fußball-Zweitligisten Dynamo Dresden vor gut zwei Wochen in Karlsruhe ist nach Einschätzung des Bielefelder Konflikt- und Gewaltforschers Andreas Zick Zeichen für eine neue Eskalation der Gewalt.

Dem ARD-Magazin FAKT sagte Zick, es habe sich um eine "ungeheuer durchorganisierte Aktion" gehandelt. Unter einer einheitlichen Uniformierung "jenseits der Trikots" hätten sich "äußerst unterschiedliche Gruppen" zusammengetan - Ultras, Teile der rechtsextremen Szene sowie normale Fans, die sich stark mit ihrem Verein identifizierten. "Diese verschiedenen Gruppen waren da vereint. Das hat eine neue Qualität", sagte der Experte.

Anhänger von Dynamo Dresden waren am 14. Mai in Karlsruhe in einheitlichen, militärisch anmutenden Outfits aufgetreten. Hunderte von ihnen randalierten in der Stadt und stürmten das Stadion. Während des Spiels zündeten sie Pyrotechnik. 15 Polizisten und 21 Ordner wurden verletzt. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes hat Ermittlungen eingeleitet, ebenso die Polizei.

Der Präsident des Karlsruher SC (KSC), Ingo Wellenreuther, warnt davor, dass die Gewaltbereitschaft solcher Gruppen in den letzten Jahren gestiegen ist. Das habe zur Folge, dass mit immer größeren Einsätzen von Ordnern und Polizei geplant werden müsse, sagte er. "Da müssen wir ein Stopp-Signal zeigen. So kann es nicht weitergehen."

In den vergangenen Jahren hatte es mehrfach Ausschreitungen von Anhängern des Vereins Dynamo Dresden im Umfeld von Fußballspielen sowie im Stadion gegeben. Dabei immer wieder auffällig: die sogenannten Ultras. Im Dresdner Verein hat diese Gruppierung einen großen Einfluss, wie Insider im Gespräch mit FAKT bestätigten. "Alle Ultras oder fast alle sind bei den Mitgliederversammlungen zugegen und haben dadurch natürlich auch entsprechende Mehrheitsverhältnisse", sagte ein Vereinsmitglied, das anonym bleiben will. Die Mehrheit der Fans sei sicher gemäßigt. Wenn diese jedoch nicht bei Mitgliederversammlung erschienen, dann seien die Ultras eben in der Mehrheit.

Die Vereinsspitze wirkt angesichts der neuen Vorkommnisse resigniert. Sportdirektor Ralf Minge sagte Anfang der Woche bei einer Pressekonferenz, dass der Verein und auch er persönlich "irgendwo an unsere Grenzen stoßen - juristisch, aber auch menschlich".

Zuletzt aktualisiert: 05. Dezember 2017, 11:15 Uhr

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61 Kommentare

25.05.2017 20:38 Atze 61

Der ganze Beitrag war einfach nur peinlich. Ganz, ganz schwach MDR. Das hatte nicht mal BILD Niveau. Hab gerade was von Wasserwerfereinsatz und Fanmarsch mit Verletzten in Wolfsburg gelesen. Dynamo heute im Einsatz?

25.05.2017 08:15 enigma 60

Ich dachte immer Karl - Eduard von Schnitzler lebt nicht mehr. Aber anscheinend sein Geist, sonst käme nicht solch ein journalistischer Murks raus.

25.05.2017 08:11 dynamoaudi 59

Ich muss mich korrigieren. An alle Nörgler, Dynamohasser, sogenannte Experten und die die einen Lizenzentzug fordern.
Herzlichen Glückwunsch! Sie sind alle auf die völlig übertriebene und nicht voll der Wahrheit entsprechende Berichterstattung aller Medien hereingefallen!
Wenn man sich mal selbst damit beschäftigt und alles was mit dem Auswärtsspiel zu tun hatte, kommt man zu einem überraschenden Ergebnis!
Wenn man die Pressemitteilung der Polizei Karlsruhe liest, gab es keine Gewalt gegen Polizisten! Ja es gab zwar eine kleine Rangelei am Eingang von vielleicht 10 Mann um ihre Pyro reinzubekommen. Die war schnell unter Kontrolle.
Wenn man sich weiter schlau mach und die Zusammenfassung vom Auswärtsfragebogen der Fanszene liest, kommt man zu einem ganz anderen Bild.
Da liest man von unterlassener Hilfeleistung, bettelder Sanitäter nach Wasser um von Pfefferspray verletzte Fans zu versorgen, von abrupter Einstellung der Kontrollen und mangelder Drinkversorgung! Interessant oder

24.05.2017 22:28 icke 58

Uh hu huuuu! Eine neue Dimension steht drohend bevor! Fans marschieren in einheitlicher Kleidung: Vom Wolfsburger Hauptbahnhof wollen die Eintracht Braunschweig-Fans in einem Marsch zur Wolfsburger Arena ziehen. Die Ultràgruppe Cattiva Brunsviga (das klingt ja schon so Burschi-mäßig rechtsradikal!) ruft Braunschweiger Fans zudem dazu auf, auch ohne Tickets nach Wolfsburg zu reisen (Und wie wollen die ins Stadion? Einlass überrennen?). Nach dem Heimspiel gegen Karlsruhe wurde die eigene Mannschaft deshalb mit einem „Blau-gelbe Invasion (Achtung! Achtung! Kriegsrhetorik!!!) - Auch ohne Karte nach Wob!“ Spruchband ausgestattet. Herr Zick, übernehmen Sie!

24.05.2017 20:48 Ruedrue 57

Musste erst prüfen, ob ich wirklich nicht einen Privatsender eingeschaltet habe. Selten einen so einseitigen Bericht im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gesehen.
Warum gab es kein Interview mit den Verantwortlichen der Ultraszene, sondern irgendwelchen Leuten, die gerade aus dem Stadion kommen, ein Mikro unter die Nase halten. Aber kommt ja bei den Zuschauern gut an.
Nicht mal hinterfragt, warum Dynamo die Aktion gemacht hat.
Wie gut der Sportjournalismus läuft, hat man ja bei der lächerlichen Berichterstattung gegen Dortmund gesehen, als die armen Leipziger von Dortmundern angegriffen worden sein sollen.
Berichtet doch mal über die Polizeischikane gegenüber Fußballfans.
International noch schlimmer. In Lissabon wurden normale Fans in die Hose gepackt, nachdem man fast 3 Stunden vor dem Stadion festgehalten worden ist. Aber das bringt ja keine Einschaltqoten, ist dem DFB und der UEFA unbequem.Als Fußballfan gibt man die Menschenrechte ab. Respekt gilt auch gegenüber unserer Juge

24.05.2017 20:44 Ph. Lindner 56

Journalismus?
"Bild Daten" übernommen.
Keine Neuigkeiten oder (eigene) Recherche.
Keine Stimme der "Gegenseite".
Kein Interesse?
Sehr schwach.

Ich bin raus bei euch.

24.05.2017 20:38 Ich aus Niedersachsen 55

...@Saftsack... hallo...Meine Ansicht gilt selbstverständlich für alle Vereine in Deutschland...Ich bin BVB-Fan; auch da möchte ich manchmal als zivilisierter Mensch auf Grund dieser feigen, vermummten Gestalten im Erdboden versinken!!! ... Wie kommt immer wieder Pyrotechnik in die Stadien? Und Bullenköpfe vor die Tür hängen, nur weil Leipzig einen super Fußball spielt, darf auch nicht sein! ("wehret den Anfängen)... Das muss endlich ein Ende haben!!!

24.05.2017 19:33 Ostkur"f"e Erfurt 54

Übrigens unter Gewalt verstehe nicht nur ich was anderes. Da wäre zb das Spiel von RB in Dortmund genannt. Man kann von RB denken was man will aber das war definitiv Gewalt u die Strafen absolut lächerlich.

24.05.2017 19:32 Radebeuler 53

Wenn der MDR in seinen Redaktionen (besonders die des Sports) ein Problem mit Einschaltzahlen hat , ist das nicht mein Problem. Dass aber eine Sendung, welche in den letzten Jahren immer mit Gehalt und Objektivität geglänzt hat nun auf das Niveau eine Zeitung mit den 4 großen Buchstaben sinkt, kann ich nicht verstehen. Auch ich muss jeden Monat meinen Beitrag zur Finanzierung solcher "Sendungen" zahlen und kann dem nicht entgehen. Da kann ich erwarten, dass zu solchen Sendungen ordentlich recherchiert und nicht wie gestern alles in einen Topf und schön rum gerührt wird. Dann brauch man sich auch nicht wundern, dass hier von "Ausschließen von Dynamo" und ähnlicher Schwachsinn gefaselt wird.

24.05.2017 19:04 Ostkur"f"e Erfurt 52

Immer schön die Kirche im Dorf lassen. Was ist eigentlich passiert. Den DFB hat der Marsch ausserhalb des Stadion nicht zu interessieren. Ist nicht seine Zuständigkeit. Der DFB soll sich lieber mal in die Strafen der westvereine kümmern. Diese sind in im Vergleich zu den Mannschaften im Osten absolut lächerlich. Der Osten wird unverhältnismäßig hoch bestraft gegenüber den westvereinen. Die Einheit ist u.a. in diesem Punkt überhaupt nicht gegeben
Z.B LOK beginnt in der Kreisklasse u zb Eintracht Frankfurt, Kaiserslautern, Borussia Dortmund bleiben trotz extremer Verbindlichkeiten vor einigen Jahren in der Bundesliga. Also mal schön den Ball flach halten. Die eingeleitete Diskussion die endlich mal beginnt ist überfällig. Die Vereine im Osten werden vom DFB an einer extrem kurzen Leine gehalten. Es geht aber nur gemeinsam durch alle Vereine sich dagegen zu wehren. Der DFB ist eine majonette eines unsäglichen Regime in den wir leben