Fans vojn Dynamo Dresden  im Militär Outfit.
Im Camouflage-Look und mit der Aufschrift "Football Army Dynamo Dresden" sind die sächsischen Fans im Stadion des Karlsruher SC aufgelaufen. Bildrechte: IMAGO

Polizeieinsätze bei Fußballspielen Dynamo ist vorn dabei

Fans vojn Dynamo Dresden  im Militär Outfit.
Im Camouflage-Look und mit der Aufschrift "Football Army Dynamo Dresden" sind die sächsischen Fans im Stadion des Karlsruher SC aufgelaufen. Bildrechte: IMAGO

Marschmusik, Rauschschwaden, Camouflage-Look - so sind 1500 Anhänger von Dynamo Dresden in Karlsruhe vom Bahnhof zum Stadion gelaufen. Bei diesem martialischen Auftritt schießen und werfen die "Fans" mit Raketen, Bengalos und Böllern auf die Polizei. Am Eingang des Wildparkstadions überrennen sie die Ordner und stürmen den Gästeblock. Die Bilanz: 15 Beamte und 21 Ordner verletzt. Angriffe, Einsatz von Pryotechnik, Gewalt - die Polizei hat damit an fast jedem Wochenende bei Fußballspielen zu kämpfen und ist mit Hundertschaften im Einsatz.

Knapp 1,5 Millionen Einsatzstunden haben die Beamten in der Saison 2015/2016 allein für die Spiele der 1. und 2. Bundesliga aufwenden müssen. Davon benötigten die Polizeien der Länder 1,18 Millionen Stunden um für Sicherheit und Ruhe in und um die Stadien zu sorgen. 289.000 Stunden waren die Beamten der Bundespolizei im Einsatz um Ausschreitungen bei der An- und Abreise der Fans zu verhindern.

27,2 Millionen Euro allein für die Bundespolizei

Allein die Personalkosten der Bundespolizei für die Überwachung der Fußball-Fanreisen haben in der Saison 2015/2016 rund 20,8 Millionen Euro betragen. Darin sind Zusatzkosten für Überstunden und Sonderzulagen noch nicht enthalten. Hinzu kommen allerdings noch 6,4 Millionen Euro für Führungs- und Einsatzmittel, wie ein Sprecher der Bundespolizei FAKT bestätigt. Zahlen zur aktuellen Saison liegen noch nicht vor.

Fans Dynamo Dresden
Im Militär-Look erklärten die Fans von Dynamo Dresden in Karlsruhe dem Deutschen Fußball Bund (DFB) den Krieg. Bildrechte: IMAGO

In der Saison 2012/2013 betrugen die Kosten für die Einsätze bei Fußballspielen noch 38 Millionen Euro. Die Einsatzstunden der Bundespolizei sind von der Saison 2013/2014 bis 2015/2016 um knapp die Hälfte gesunken. Doch das liegt nicht etwa daran, dass weniger Einsätze und Beamte notwendig waren. "Hier war im Berichtszeitraum im Wesentlichen eine zunehmende Einsatzbelastung der Bundespolizei aufgrund der Migrationslage ursächlich, die die Überwachung des schienengebundenen Fan-Reiseverkehrs bei Sportveranstaltungen deutlich beeinflusste", heißt es im "Jahresbericht Fußball" der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS).

Dynamo-Fans stechen hervor

Denn die Einsätze der Polizei der Länder sind laut ZIS in den vergangenen Jahren annähernd gleich geblieben. Bei den insgesamt knapp 1,5 Millionen Einsatzstunden für die vergangene Saison waren so - rein statistisch - 1.135 Polizeibeamte in Vollzeit nur für Einsätze bei Fußballspielen notwendig. Dies liegt knapp unter dem Durchschnitt der vergangenen zwölf Jahre. Entwarnung kann also nicht gegeben werden.

Die Anhänger von Dynamo Dresden stechen dabei noch einmal deutlich hervor. In Sachsen ist die Polizei im vergangenen Jahr bei Fußballspielen mehr als 171.000 Stunden im Einsatz gewesen, wie aus einer kleinen Anfrage des Linken-Landtagsabgeordneten Enrico Stange hervorgeht. Fast ein Drittel der Zeit entfiel auf die Absicherung der Spiele von Dynamo Dresden - bei insgesamt fünf abzusichernden Mannschaften.

61.641 Stunden benötigten die Beamten um die Spiele von Dresden in der Saison 2015/2016 in der 3. Liga abzusichern. Damit hätte sich die Zahl der Einsatzstunden für Dynamo Dresden erhöht. In der Saison 2012/2013 benötigte die Polizei 61.000 Stunden um die Spiele der Sachsen abzusichern. Damit war Dresden damals "Spitzenreiter" noch vor Borussia Dortmund (54.400 Stunden) und Bayern München (44.600 Stunden). "Auch jetzt ist Dynamo sicherlich noch vorn dabei", sagte ein Sprecher des sächsischen Innenministeriums.

Doch warum kommt es gerade bei Spielen von Dynamo Dresden immer wieder zu solchen Problemen, wie am 14. Mai 2017 in Karlsruhe?

Mehr dazu in FAKT, 23.05.2017 – 21.45 Uhr, im ERSTEN

Zuletzt aktualisiert: 23. Mai 2017, 19:18 Uhr