Illustration - Hitlergruß am Ort der Synagoge
Bildrechte: Schwarwel

exakt exklusiv | 17.11.2017 Hitlergruß an Gedenkstätte: Tatverdächtige ermittelt

Illustration - Hitlergruß am Ort der Synagoge
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Die Polizei hat die Identität der zwei Männer ermittelt, denen vorgeworfen wird, am Synagogen-Denkmal in der Leipziger Innenstadt den Hitlergruß gezeigt und gepöbelt zu haben. Das hat Andreas Loepki, Sprecher der Polizeidirektion Leipzig, gegenüber MDR-exakt bestätigt. Beide Männer seien wegen Drogen- und Eigentumsdelikten polizeibekannt.

Die Berichterstattung von MDR-exakt hat entscheidend zur Aufklärung beigetragen, erklärt Polizeisprecher Loepki. Der Sprecher der Leipziger Staatsanwaltschaft, Ricardo Schulz, sagte gegenüber MDR-exakt: "Dem 34-Jährigen Hauptverdächtigen drohen wegen des  Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe." Gegen den 23-jährigen Begleiter ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Beleidigung.

Bundesweit für Aufsehen gesorgt

Der Fall der beiden Männer hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt, sogar in England wurde darüber berichtet. Ende Oktober hatte ein Team von MDR-exakt an der jüdischen Gedenkstätte mit dem Holocaust-Überlebenden Rolf Isaacsohn ein Interview geführt. Plötzlich spazierten zwei Männer vorbei, einer zeigte völlig ungeniert den Hitlergruß. Das exakt-Team war Augenzeuge. Anschließend provozierten und pöbelten die beiden Passanten.

Der Ehrenvorsitzende der Israelitischen Religionsgemeinde Leipzig zeigte sich nach dem Vorfall schockiert. „Ich muss sagen, dass ich innerlich zittere. Dass einer mit dem Hitlergruß vorbei geht. Mitten in der Öffentlichkeit. Für jeden sichtbar. Ich bin erschüttert“, sagte Isaacsohn.

Über dieses Thema berichtet MDR exakt auch im: Fernsehen | 25.10.2017 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. November 2017, 14:01 Uhr