Ungehindert aufzustehen und sich hinzulegen, ist in den viel zu kurzen Kastenständen nicht möglich.
Bildrechte: Animal Rights Watch

exakt am 21.06.2017 Tierschutzaktivisten – Helden oder Kriminelle?

Ungehindert aufzustehen und sich hinzulegen, ist in den viel zu kurzen Kastenständen nicht möglich.
Bildrechte: Animal Rights Watch

Bilder aus der Massentierhaltung von gequälten Tieren schockieren immer wieder. Diese stammen häufig von Tierschutz-Aktivisten, die Missstände bei der Tierhaltung in die Öffentlichkeit bringen. Die Tierschützer überschreiten dafür allerdings auch Grenzen des Legalen. Sind ihre Aktionen gerechtfertigt oder schlichtweg kriminell?

"exakt" hat Tierschutz-Aktivisten getroffen. Sie bezeichnen die Kamera als ihr "mächtigstes Werkzeug im Einsatz für Tierrechte". Doch um an Bilder zu kommen, verschaffen sie sich Zutritt in Ställe und installieren versteckte Kameras. Sie begehen damit Hausfriedensbruch. Holen die Aktivisten Tiere aus den Ställen, ist das für sie eine Befreiungsaktion. Für die Besitzer ist es Diebstahl.

Viele halten das Engagement der Tierschützer für gesellschaftlich wertvoll und aufklärerisch. Andererseits stehen Aktivisten dafür auch vor Gericht. In vielen Fällen wurden sie bisher freigesprochen. Für die Justiz wogen die aufgedeckten Missstände schwerer als die Straftaten der Tierschützer.

Die Bauern empfinden die Praktiken der Tierschützer dagegen als Rufschädigung. Mitarbeiter in den Ställen fühlen sich unter Druck gesetzt, weil sie nicht wissen, ob sie heimlich gefilmt werden. Außerdem sind die Tierhalter überzeugt, dass sie von den Veterinärämtern ausreichend kontrolliert werden und die heimlichen Aufnahmen daher überflüssig sind.

Dennoch werden durch Tierschützer immer wieder Missstände und Straftaten beim Tierschutz aufgedeckt und zur Anzeige gebracht. Die Tierhalter werden in solchen Fällen auch mit Namen veröffentlicht. - Wie weit dürfen Aktivisten gehen, um Tierquälereien aufzudecken?

Mehr dazu in exakt am 21.06.2017, 20:15 Uhr, im MDR FERNSEHEN.

Zuletzt aktualisiert: 19. Juni 2017, 15:58 Uhr