Nazi-Aufmarsch in Budapest
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Gemeinsame Recherchen von REPORT MAINZ und FAKT Verfassungsschutz hielt offenbar schützende Hand über "Blood and Honour"

Nazi-Aufmarsch in Budapest
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Ultra-rassistisch, elitär und sogar mit terroristischem Arm – das ist die europaweit agierende Neonaziorganisation "Blood and Honour". In Deutschland wurde sie im Jahr 2000 verboten. Recherchen der ARD-Politikmagazine REPORT MAINZ und FAKT legen nun den Verdacht nahe, dass das Bundesamt für Verfassungsschutz Ermittlungen gegen die Neonazi-Organisation Blood and Honour ausgebremst hatte.

Ermittler verschiedener Landeskriminalämter hatten sich mehrfach beschwert, dass ihnen entscheidende Informationen vom Verfassungsschutz vorenthalten worden waren – mit Verweis auf den so genannten Quellenschutz, also den Schutz von V-Leuten. Einer dieser V-Leute war nach Recherchen von REPORT MAINZ und FAKT der ehemalige Deutschland-Chef von "Blood and Honour", Stephan L. - er soll dem Amt über Nachfolgestrukturen von "Blood and Honour" berichtet haben.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz hatte in mehreren Stellungnahmen gegenüber anderen Behörden behauptet, die Organisation hätte keine Strukturen auf Bundesebene mehr. Und das obwohl mehrere Ermittler aus verschiedenen Bundesländern zu der Einschätzung gekommen waren, dass "Blood and Honour" auf Bundesebene sehr wohl weitergeführt werde. Doch die Expertise des Bundesamtes für Verfassungsschutz gab den Ausschlag. Auf Bundesebene hatte es dementsprechend keine zentralen Ermittlungen durch den zuständigen Generalbundesanwalt gegen Nachfolgestrukturen gegeben.

Mehr dazu heute Abend, 21:45 in REPORT MAINZ im Ersten und anschließend in der ARD-Mediathek.

Zuletzt aktualisiert: 11. Juli 2017, 17:30 Uhr